Demenztalk.de

Deutsche Ausgabe Das offizielle Magazin von Lions Clubs International – We Serve
Haltestelle Alzheimer:
Wo nie ein Bus hält

Wie Lions helfen können – Erkennung – Vorbeugung
Anmerkungen zum
LION Sonderdruck
Von Wolfgang P. Peters Lions Club Ludwigsburg-Favorite
Alzheimer" ist das Titelthema im LION 9/2012 und 10/2012. Unse- rem Chefredakteur Ulrich Stoltenberg auch an dieser Stelle noch mal großen Dank, der bis heute nicht heilbaren Krankheit die-sen Schwerpunkt eingeräumt zu haben! Ganze 20 Druckseiten wur-den „freigeschaufelt". Mit dem vorliegenden Sonderdruck krönen wir den Abschluss dieser Veröffentlichungen und einer Gemeinschaftsar-beit, die acht Monate zuvor begonnen hatte. Fast zeitgleich reichten im März 2012 die Lions Clubs Konstanz und Ludwigsburg-Favorite Manuskripte zum Thema Alzheimer ein. Prof. Dr. Thomas Bethke hinterfragt, was passiert „Wenn das Vergessen beginnt" und zeigt anschaulich auf, wie wir diesen Prozess verlangsa-men können. Peter Peters begleitet zu diesem Zeitpunkt einen guten Freund, der an Alzheimer erkrankt ist, auf dem Weg ins Pflegeheim. Der dritte im Bunde ist Roland Pellegrino, zu dieser Zeit Präsident des LC Ludwigsburg-Favorite. Er erreichte, dass sein Freund, der renom-mierte Alzheimer-Forscher Prof. Dr. Konrad Maurer, einen weiteren fundierten Fachbeitrag einreichte.
Blieb nur noch die Frage offen, wie gewinnen
wir den Chefredakteur des LION, daraus eine
Titelstory zu machen?
Rückblickend war es gar nicht so schwer, doch Zufälle sind auch wichtig. So erfuhren wir durch die Titelstory im LION 2/2012, wie in einem Pilotprojekt in einem Krankenhaus „Hunde sonst verschlosse-ne Türen öffnen". Eindrucksvoll wird geschildert, wie Besuche von Hunden die Lebensqualität von Demenzpatienten aufhellen. Eine ähnliche Zielsetzung beschreibt LF Hans Wagner, LC Konstanz, im LION 4/2012 mit der Activity „Löwenherz(en) für Alt und Jung!". Junge Menschen versuchen, die Lebensqualität älterer behinderter Men-schen durch gemeinsame Ausflüge zu verbessern.
Mit anderen Worten: das „Umfeld" war gut vorbereitet. Und wenn man dann noch zwei Menschen wie Inge und Kathrin begegnet, die Vertrauen und den Mut haben, sich zu öffnen und uns mitnehmen in eine Welt, die vielen von uns (noch) verschlossen ist, dann gelingt etwas, dass eine breite wohltuende Resonanz auslöst.
Wir, die wir uns spätestens ab 70 verstärkt mit der Situation der kommenden Jahrzehnte beschäftigen, saugen solche Informationen auf, erfahren, auf welche Veränderungen wir uns gegebenenfalls ein-stellen müssen. Bis vor wenigen Jahren blieben diese Informationen im Kreis der Betroffenen und deren Familienangehörigen. Frau Jens Lesen Sie weiter auf Seite 23
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Geißel des Alters
Und aus dem Editorial im September 2012: Wie schrecklich die Alzheimerkrankheit ist, liebe Lions, kann nur ermessen, wer sie in seinem persönlichen Umfeld erlebt hat. Das zeigt der Titel in der Schilde-rung von LF Peter Peters sehr eindrucksvoll. Bedenkt man, dass in Deutschland etwa 1,4 Millionen Men-schen ein solches Schicksal erleiden und jährlich etwa 300.000 neue Erkrankungsfälle hinzukommen, wird klar, wie dringend eine Lösung dieses medizi-nischen Problems ist. Teil 2 dieses Themas erscheintim Oktober: Prof. Dr. Konrad Maurer: „Habe ich nunAlzheimer. oder eine Demenz?".
Die gesellschaftliche Bedeutung der Erkrankung ist Ulrich Stoltenbergalso immens, allein weil wir immer älter werden und Chefredakteur LIONdamit die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimerer-krankung wächst. Weltweit, so die Amerikanische Alzheimergesellschaft, steigt die Zahl der Erkrankten von heute 26 Millionen auf über 100 Millionen bis 2050 (bis 2030 allein eine Verdoppelung auf 65, 7 Millionen). Eine starke Belastung für das Gesund-heitssystem, weil die Kranken bleibend stark behindert sind und deren Versorgung kostspielig ist. Schon heute sind die Folgekosten fast doppelt so hoch wie bei Krebser-krankungen, wobei die Mittel für Forschung weniger als ein Zehntel betragen als die, die im Kampf gegen Krebs bereitstehen.
Der ökonomische Schaden durch Demenzen wurde mit über 600 Milliarden US-Dollar für 2010 global geschätzt (World Alzheimer Report). Besonders betroffen sind die Schwellen- und Entwicklungsländer, weil die Lebenserwartung dort am stärksten zunehmen wird. Ein Medikament gegen Alzheimer ist nicht in Sicht, nur Fortschritte in der Diagnose sind zu erwarten. Einziger Trost: Statistisch gesehen sind körperlich akti-ve Menschen, die sich gesund ernähren, mit vielen Sozialkontakten seltener betroffen. Ein Trost für Junge und Gesunde: Nur hier können wir Lions helfen.
Und aus dem Editorial im Oktober 2012: Der Themenschwerpunkt Alzheimer setzt genau hier an: Teil 1 hat gezeigt, wie Lions bei der Krankheit helfen können, indem wir den Erkrankten nicht ausschließen, sondern ihm beistehen. Und das nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch im Club und in der Begleitung bis hin in eine Betreuungseinrichtung. Teil 2 steht unter der Überschrift „Die Krankheit verstehen: Habe ich nun Alzheimer. oder eine Demenz? – Erkennen – Infor-mieren – Vorbeugen". Dazu gibt es einen Blick in das Alzheimer-Museum. Wegen der großen Resonanz hat Co-Autor Dr. Wolfgang P. Peters diesen Sonderdruck in Auftrag gegeben. Er ist zu erreichen unter der Mail-Adresse: WPPeters@t-online.de.
Herzlichst, und mit den besten lionistischen Wünschen, Ihr Ulrich Stoltenberg LION Sonderdruck 3


Alzheimer S o n d e r d r u c k
Unser Freund hat Alzheimer
Von Wolfgang P. Peters, LC Ludwigsburg-Favorite
Krankheitsausbruch und -Verlauf begleitet – So können wir Lions helfen
Die selbstgebaute „Haltestelle Alz-heimer": Hier hält nie ein Bus, statt-dessen werden die dementen Patien-ten am Abend hier vom Pflegeperso-nal abgeholt.
te ja auch eigentlich Journalist werden und recherchierten Clubchronik. Ein junger Präsi- Die Lions Freunde waren ihm wichtig, ein Freundeskreis, der über Jahrzehnte nicht Banker.
dent hatte ihn ermutigt, eine solche Chronik gewachsen ist, über Gott und die Welt disku- Er war immer hilfsbereit, nicht auf eigene anzufertigen. Und unser Freund war dank- tiert und ab und zu nach außen auch etwas Vorteile bedacht. Ein besonderes Highlight bar, trotz der vielen Arbeit, denn er brauchte Gutes tut. Die Unterbringung der Eritreer in waren auch über viele Jahre seine Jahres- Platz, war irgendwie froh, sich guten Gewis- unserem Ort lag ihm in den 80er Jahren rückblicke zu Weihnachten, immer auch eine sens von seinen vielen Ordnern trennen zu besonders am Herzen.
Liebeserklärung an seine liebe Frau. - An sei- Unser Freund war von Beginn an dabei, nem 80. Geburtstag verzichtete er auf eine Doch in den letzten Jahren wurden seine seit 1970. Er war ein Urgestein. Er hat den größere Feier, stattdessen spendete er einer Besuche im Club seltener. Und wenn er kam, Freunden viel gegeben, er verkörperte Geburtenklinik in seiner Heimatstadt Karlsru- war er immer einer der ersten, meist fuhr ihn schnell die Seele des Clubs. Er war viele Jahre he ein Gerät zur Früherkennung von Hör- seine Frau oder ein Freund nahm ihn mit. Die unser Sekretär, seine Protokolle waren am schäden bei Neugeboren.
Begrüßung war wie immer freundlich, auch nächsten Tag verschickt, getippt auf seiner das Nachfragen, was gibt's Neues bei Euch - kleinen Schreibmaschine, sie waren informa- und saß man dann neben ihm, fragte er schon tiv, er brachte die Dinge immer gekonnt auf Wenn er das Wort ergriff,
mal „…sag mal, wie heißt Du noch mal…" Die den Punkt - manchmal besser als der Vortra- hatte das Gewicht
Frage schien ihm peinlich, doch die Freunde gende - und fast immer waren seine Proto- 2002, genau vor 10 Jahren, überraschte hatten immer eine gute Antwort. Das passiert kolle von hohem literarischem Wert. Er woll- er uns mit einer umfangreichen, mühevoll uns auch schon mal. Und sprach der Redner 4 LION Sonderdruck
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Alzheimer S o n d e r d r u c k
zu leise, gab es schon mal einen Zwischenruf, sprach über das Wetter, doch er schien weit, Antwort zu finden. Doch nur wer Peter gut doch wurde der Vortrag zu lang, war seine weit weg zu sein. Nur als ich „Inge" sagte, kannte, bemerkte anfangs diese Gedächtnis- Müdigkeit nicht zu übersehen.
„war Inge Deine Frau schon da", guckte er schwäche. Mit Medikamenten konnte der Seine Frau versuchte, seine abnehmende mich an, mit großen Augen und lächelte… Krankheitsverlauf verlangsamt werden, eine Präsenz durch Einladungen zu Hause zu „die kommt noch". Unser Freund verstarb am Gesundung war nicht zu erwarten.
kompensieren. So erfuhren wir vom Fort- 13. April 2012 wenige Wochen vor seinem Nach acht Jahren passierte ein zweiter schritt seiner Krankheit, wir konnten uns ein 89. Geburtstag.
Einschnitt, der letztlich den Krankheitsver- eigenes Bild machen, wie die Demenz die Persönlichkeit verändert. Wir erhielten aber auch einen Einblick, wie Inge, seine Frau, mit ihrer schier unerschöpflichen Energie und Ein Fotos aus glücklichen Tagen: ihrer immer fröhlichen Art doch langsam an Dieter (damals 87) und seine ihre Grenzen stieß. Nicht zuletzt dann, wenn Frau Inge bei 40-jährigen Club- unser Freund das Haus durch eine offene Tür jubiläum vor drei Jahren.
unbemerkt verlassen hatte, orientierungslos herumirrte, zufällig von einer früheren Mitar-beiterin erkannt und wieder nach Haus gebracht wurde.
Doch selbst in dieser Phase hat uns unser Freund viel gegeben. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man das Thema Alzheimer in einer Talkshow verfolgt oder den Krank-heitsverlauf unmittelbar erlebt. Das Thema Demenz hat über Nacht für viele von uns einen neuen Stellenwert bekommen. Unser Präsident Roland Pellegrino hat den Club-Abend vom 3. April spontan umgestaltet und kurzfristig seinen Freund und renommierten Alzheimer Forscher Prof. Maurer, Frankfurt (seinen Bericht lesen Sie im nächsten LION) gewonnen, so dass wir unsere eigenen Erfah-rungen an den Erkenntnissen der modernen medizinischen Forschung spiegeln konnten.
Es ist das Verdienst seiner Frau, dass sie die in uns allen vorhandene gewisse Scheu genommen hat, uns zu den ersten Begeg-nungen mit unserem Freund in den geschützten Bereich des Pflegeheims mitge-nommen hat, den Wahrheiten ins Auge zu schauen und den vielen Geheimnissen, die diese Krankheit trägt, ein bisschen näher zu kommen.
Ein anderes bleibendes Erlebnis war das Unser Freund Peter
lauf stark beschleunigte. Peter stürzte, war Betrachten von Bildern (Foto Seite 30). Minu- Unser Freund Peter war deutlich jünger. im Krankenhaus, anschließend in der Reha. tenlang schaute unser Freund Dieter auf die 59 war er, sportlich aktiv, immer fröhlich, ein Er hatte über Nacht eine andere Persönlich- Bilder von Ihm und seiner Frau. Dann wieder Macher, handwerklich sehr geschickt. Auch keit angenommen, für seine Familie und dieser Blick in die weite, weite Ferne.
er war in leitender Funktion und hatte einen Freunde war er ein anderer Mensch gewor- Meine letzte Begegnung war am Karfrei- großen Freundeskreis. Doch dann passierte den, mit seinen Gedanken war er in einer tag, morgens zur Frühstückszeit. Da saßen etwas, was ihn von heute auf morgen aus der anderen Welt.
sie alle, wie immer die letzten Wochen, liebe- Bahn warf. Seine Firma ging in die Insolvenz, Wieder zu Haus, war das Miteinander voll betreut von den Pflegekräften der Karls- Peter verlor über Nacht seinen angesehen jetzt deutlich schwieriger, wenngleich er von höhe. Ich begrüßte immer jeden persönlich, Arbeitsplatz. Und das Vergessen begann. seiner Frau, mit der er seit über 40 Jahren bevor ich mich unserem Freund gegenüber Anfangs war es ein Spiel. „Das weißt Du zusammen war, und seiner Tochter viel Liebe doch selbst" oder „Frag doch mal den Hans, empfing. Zurück kamen ein Lächeln und eine Er war müde, stützte seinen Kopf mit der der weiß das". Ähnlich wie bei Dieter war ihm tiefe Dankbarkeit, wenn er gefüttert wurde Hand. Ich berichtete von den Freunden, bewusst, dass er Probleme hatte, die richtige oder man ihn berührte. Er schien zu wissen, LION Sonderdruck 5
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wie es um ihn stand, wusste aber auch, hier- Gehirn. Dieses Bild hat sich bis heute ent- nicht erst seit heute. Wir müssen uns nur ein an selbst nichts ändern zu können.
scheidend verändert, dank renommierter Herz fassen und auf breiter Basis mehr tun als Ein zweiter schwerer Sturz und wieder Alzheimer Forscher wie Prof. Dr. Konrad Mau- bisher. Einen Demenzkranken öfter von Krankenhausaufenthalt waren dann Auslö- rer. Die Demenz entschleunigenden Therapi- mehreren Freunden besuchen, ihn wieder ser für die Einweisung in ein Pflegeheim. en haben bereits viel Positives gebracht und stärker teilhaben lassen an unserm Cluble- Wenige Wochen später verstarb Peter im versprechen weitere Fortschritte. Ob es je ben, wäre so ein Schritt.
Alter von 69 Jahren.
eine Regeneration sprich Zurückgreifen auf Beide der genannten Freunde haben die Veränderungen selbst wahrgenommen und Mechanismen entwickelt, die Gedächtnislü-cken zu überspielen. Fröhlich, manchmal kokettierend, so als wollte man dem „Alzhei-mer-Kobold" signalisieren „Dir werde ich´s mal zeigen". Hier können wir ansetzten und unsere Freunde in dieser Annahme bestär-ken, wäre eine zweite Empfehlung. Wie sagen geschulte Pflegekräfte: Das, was noch funktioniert, müssen wir trainieren.
Trennung von zu Hause
Machen wir einen Sprung in die emotio-
nal schwierigste Phase. Die Wortfindungsstö-rungen sind nicht mehr zu verstecken, die Aggressivität steigt, die Desorientierung nimmt stark zu, ein sicherer Aufenthalt ist zu Hause kaum noch zu gewährleisten. Ganz abgesehen von beginnenden Burn-Out Effekten der unmittelbaren Angehörigen. Dann der Wechsel in ein Pflegeheim. Die ers-te Nacht, die ersten Tage und auch Wochen sind für beide Seiten schwer, oft kaum zu ertragen. Dies ist zweifellos die schwierigste Phase auch für die Leitung und auch für die Pflegekräfte. Und das ungute Gefühl bleibt, die Frage, ob man als Angehöriger oder als Freund nicht doch zu schnell entschieden hat. Sicht-barster Beweis ist die „Bushaltestelle". Nicht von ungefähr finden wir in vielen geschütz-ten Bereichen guter Pflegeheime die „Bushal-testelle" oder die Bank in der Nähe des für die Patienten geschlossenen Ausgangs. Für gesunde Menschen mutet es wie ein Scherz auf Kosten der Demenzkranken an, für die Erkrankten selbst ist es eine Zuflucht. Gemeint sind Bushaltestellen, die keine sind. Doch das Pflegepersonal als auch die Ange-hörigen von Demenzpatienten merkten schnell, wie gut dieser Schein den Erkrankten tut und wie beruhigend es auf sie wirkt. Gleichzeitig ist die Bank eine der besten Wir können helfen
die jährlich angefertigte Sicherungscopie Kommunikationsorte, sagt Sebastian Köb- Als Alois Alzheimer 1901 zum ersten Mal unseres Gehirns einmal geben wird, bleibt bert, Leiter der Altenhilfe auf der Karlshöhe bei der Patientin Auguste Deter die nach ihm wahrscheinlich eine Utopie und ethisch Ludwigsburg. Eine Bank, unmittelbar an den benannte Krankheit feststellte, wusste man mehr als fragwürdig. Helfen können wir Ausgängen der einzelnen Stockwerke, ist noch wenig über die Veränderungen im jedoch alle auf vielfältige Weise, und das immer wieder beliebter Treffpunkt. Hinweise 6 LION Sonderdruck
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auf die Bushaltestelle tun dabei nicht nur vie- war ein guter Freund, der ihn bewegte, pro- 6 Bringen Sie sich und ihre Alzheimer- len Bewohnern gut sondern erleichtern auch beweise einen Clubabend zu besuchen. Und und Pflege – Experten verstärkt ein, Gespräche mit den Angehörigen.
das war gut so. Die Clubbesuche wurden spätestens, wenn sich abzeichnet, dass Der Prozess des Vergessens und des schnell wichtiger Teil seines Lebens. Die ver- ein Verbleiben in der häuslichen Umge- immer wieder sich Erinnerns begleitet die gangenen Monate bestätigen, in welch wert- bung nicht mehr möglich ist. Das Netz- Bewohner oft über einen sehr langen Zeit- vol en Freundeskreis wir gekommen sind. werk, das „We serve" der Lions ist hier raum. In diesen Momenten die richtigen Hilfe und Zuspruch von vielen Freunden und eine der schönsten Erfahrungen, trotz Worte zu finden, ist eine der besonderen Lionessen, die ich nicht erwartet habe. Ein der Schwere dieser Krankheit Herausforderungen an unsere Pflegekräfte schönes Gefühl, dass mir hilft, wieder lang- 7 Besuchen Sie ihn anfangs im Pflege- und die Familie Sebastian Köbbert: „Desori- sam zur Ruhe zu kommen".
heim gemeinsam mit seiner Frau, oder entierung ist für uns keine nicht bewältigba- seinen Kindern oder einem anderen re Hürde, sondern akzeptierter Bestandteil Auf Anregung unseres Chefredakteurs engen Angehörigen unserer Arbeit. Priorität haben die individu- habe ich zehn Punkte zusammengetragen, 8 Sprechen Sie verschiedene Themen an ellen Sichtweisen und das Erleben der wie eine Hilfe von jedem von uns aussehen und vertiefen Sie das Thema, bei dem Bewohner/innen. Der Tagesablauf in unse- er bewusst reagiert rem Haus soll prinzipiell so weiter gelebt 9 Berühren Sie ihn wiederholt, ohne auf- werden können, wie es dem Menschen mit 1 Akzeptieren Sie ihn so, wie er ist. dringlich zu sein Demenz auch bisher möglich gewesen ist. 2 Beteiligen Sie sich an dem „Spiel", wenn J Verlieren Sie die Scheu, ihren Freund zu Konkret achten wir darauf, zu den alters- und er eine Antwort nicht sofort weiß füttern, versuchen Sie, die anderen krankheitsbedingten Defiziten, keine weite- 3 Versuchen Sie, durch einen Fahrservice Heimbewohner in ihre Besuche mit ren erschwerende institutionellen Barrieren seine Präsenz im Club so lange es geht einzubeziehen. Behalten Sie dabei hinzukommen zu lassen. Nicht wir als Institu- ihren Freund immer im Auge, er ist tion, sondern die Bewohner/innen bestim- 4 Ignorieren Sie offiziell mögliche Schwä- trotz seiner Krankheit deutlich sensib- men den Tagesrhythmus. Die Übergänge in chen, tuscheln Sie nicht hinter seinem ler, als allgemein angenommen wird. die neue Umgebung werden gezielt mit den Berichten Sie der Familie und auch im Angehörigen beraten und in engem Aus- 5 Besuchen Sie ihn öfter in seiner häusli- Freundeskreis von ihren Besuchen, tausch gemeinsam und individuell beglei- chen Umgebung und organisieren Sie ohne die Würde ihres Freundes zu ver- Unser Freund Dieter saß oft auf der Bank am Ausgang. Wenn dann die Tür aufging, guckte er interessiert hoch, man setzte sich Autorenvita: LF Dr. Wolfgang Peter Peters
zu ihm, erzählte von den Lionsfreunden, vom Wetter und der Familie. Er hörte eine Weile zu, unterbrach dann das Gespräch, stand auf, Autor „Unser Freund Dieter hat Alzhei-
ging zur Tür, die jedoch für ihn verschlossen mer": Dr.-Ing. Wolfgang Peter Peters, geb.
war, schüttelte den Kopf und murmelte 20. März 1939, Studium Elektrotechnik etwas vor sich hin. und Wirtschaftswissenschaften, TU Braun- Bei unserem Freund Peter war es ähnlich. schweig, Promotion über das Innovations- Er hatte schon im Krankenhaus versucht, zu verhalten von Unternehmen, verheiratet fliehen, er spürte, dass man ihn am Verlassen seit 1964, zwei Töchter, zwei Schwieger- zu verhindern suchte. Im Pflegeheim wurden söhne, vier Enkel (zwei Chow Chows). die Fluchtversuche anfangs noch deutlich DFVLR 1968-1971, SEL/ITT/Alcatel intensiver, unser Freund Peter setzte alles daran, der ungewohnten Umgebung zu ent- reich Post, Leiter Aufbau-Ost, Member of the Bord Global ISDN Industry Forum GIIF Wie die beiden folgenden Beiträge zei- gen, ist Alzheimer (noch) nicht heilbar. Aber, 1980 LC Ludwigsburg-Favorite, P 88/89 das Netzwerk, die jahrzehntelang entstande- und 07/08, ZCH 97/00, KGH 00/05, Vorsit- nen Freundschaften und unser „We serve" zender Förderverein seit 2008, 1995 Grün- wird hier zu einer Erfahrung, die wir erst rich- dung des Vereins „Bildtelefonie für Hörge- tig begreifen und zu schätzen wissen, wenn schädigte, an Aphasie erkrankte sowie für ältere und auf Hilfe angewiesene Menschen, einmal die Krankheit im unmittelbaren Durchsetzen der Früherkennung von Hörschäden in allen Geburtenkliniken Baden-Würt- Umfeld Wirklichkeit wird. Inge, die Frau von Dieter, heute: „Mein Auszeichnungen: Melvin Jones Fellow, Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg Mann wollte nie zu den Lions, seine Arbeit 20. 3. 2004, Patente im Bereich Video-Überwachung und Video-Beobachtung. L 
und seine Familie waren ihm wichtiger. Es LION Sonderdruck 7


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Demenz – Wenn das Vergessen beginnt
Von Thomas D. Bethke, LC Konstanz Die Risikofaktoren – Die Krankheit erkennen –- Was kann ich vorbeugend tun?
Zunahme von Wissen, Zufriedenheit und Symptomen und möglichen vorbeugenden Möglichst alt werden und dabei körper- lich und geistig gesund bleiben - wer eine emotionale Stabilität. (prophylaktischen) und therapeutischen möchte das nicht? Die Chancen dafür sind so Demenz ist ein Überbegriff für eine Viel- Konzepten der Demenz widmen. gut wie nie. Unsere Lebenserwartung steigt, zahl von Hirnerkrankungen. Allen Unterfor- aber auch Vergesslichkeit und Demenz men der Demenz ist gemeinsam, dass sie zu nehmen im Zuge des demografischen Wan- einem Verlust geistiger Fähigkeiten führen. Ursache und Forschung
dels beständig zu. Das Szenario ist erschre- Typisch ist eine Verschlechterung der Ernüchterung ist eingekehrt in die Alzhei- ckend – alle 20 Jahre verdoppelt sich der Gedächtnisleistungen, des Denkvermögens, mer Forschung, die sich seit 25 Jahren mit den Anteil der Demenzkranken in der Bevölke- der Sprache und des praktischen Geschicks, molekularen Grundlagen und den Therapien rung, warnen die Autoren des Welt-Alzhei- jedoch keine Störung des Bewusstseins. Diese dieser Demenzform beschäftigt. Weder gibt mer Berichts (2011). Bereits heute gibt es Veränderungen haben gesamthaft zur Folge, es Klarheit über die Auslöser und die Mecha- etwa 1,3 Million Demenz- Patienten in dass Menschen mit Demenz ihren Alltag nicht nismen der Erkrankung, noch kann die Ursa- Deutschland. Dies wird für uns alle eine glo- mehr bewältigen können. Die Erkrankung che bekämpft noch der schleichende Verlust bale gesellschaftliche Herausforderung. Gibt geht einher mit Defiziten in den Bereichen der Hirnfunktionen gestoppt werden. Natür- es eine gute Prophylaxe oder neue therapeu- Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativi- lich gibt es Fortschritte, aber 111 Jahre nach tische Ansätze für die zahlreichen zukünfti- tät, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft, Erstbeschreibung der Krankheit durch den Wille. Der Verlust an emotionalen und sozia- Arzt Alois Alzheimer werden gerade viele len Fähigkeiten führt zu einer Beeinträchti- Hypothesen und Therapieansätze hinterfragt.
gung von sozialen und beruflichen Funktio- Bislang steht fest: Heilbar ist Demenz Normale Veränderung
nen. Vor allem sind Kurzzeitgedächtnis, Denk- nicht. Es gibt jedoch Möglichkeiten, in man- oder schon Demenz?
vermögen, und Bewegungsmotorik betroffen.
chen Fällen ihren Verlauf um ein bis zwei Jah- Normale Veränderungen im Laufe des Die häufigste Form der Demenz ist die re aufzuhalten, wenn sie frühzeitig erkannt Älterwerdens sind die Abnahme von Infor- Alzheimer-Krankheit (50-60 Prozent). Die wird. Bisher bekannte Therapiemöglichkei- mationsverarbeitungsgeschwindigkeit, der zweithäufigste Ursache mit 20 Prozent ist die ten können jedoch weder einzeln noch in Kapazität des Arbeits- und Kurzzeitgedächt- gefäßbedingte Demenz. Auch Mischformen Kombination dauerhaft effektiv helfen. nisses und der Flexibilität. Positiv zu verbu- existieren (15 Prozent). In diesem Beitrag Zusammen mit vielen nichtmedikamentösen chen ist dagegen in vielen Fällen aber eine werden wir uns mit der Entstehung, den Maßnahmen, wie z.B. Realitätsorientierungs- 8 LION Sonderdruck
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Alzheimer S o n d e r d r u c k
Das komplexe Geflecht von Verbin-dungen in unserem Gehirn: Das Pro-blem beginnt, wenn die Weiterlei-tung von Impulsen an einigen Schaltstellen nicht mehr funktioniert. therapie, Validation, sinnesorientierten Ver-fahren, Musiktherapie und Hirnleistungstrai-ning, stehen dem Demenzpatienten heute insgesamt nur vier synthetisch hergestellte Wirkstoffe (Donepezil, Galantamin, Rivastig-min und Memantine) zur Verfügung. Auch Ginkgo-biloba kann bei ausreichender Dosierung dazu beitragen, die Alltagsfähig-keit zu verbessern. Dabei zeigt die klinische Erfahrung, dass manche Patienten sehr gut von den Medika-menten profitieren, andere überhaupt nicht. Medikamente greifen auch deshalb häufig so schlecht, weil zum Zeitpunkt der Diagno-sestellung die Veränderungen im Hirn schon so weit fortgeschritten sind. Die medikamen-töse Behandlung der gefäßbedingten Demenz entspricht der Behandlung von chronischen Gefäßerkrankungen wie z.B. der Arterienverkalkung (Arteriosklerose). In über 40 weltweit durchgeführten Stu- dien wird mit hohem Engagement inzwi-schen auch an einer Alzheimer-Impfung gearbeitet. In diesem Jahrzehnt ist aber wohl Die große Sorge vielen älterer Menschen: insgesamt kein medizinisch-therapeutischer Wird das Schreckgespenst „Demenz" mich Durchbruch zu erwarten. Auch im Bereich auch treffen? Was kann ich dagegen tun? der Prävention gibt es nur einen begrenzten LION Sonderdruck 9
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zug haften sehr lange im Gedächtnis. Schein-bar sinnlose und unzusammenhängende Informationen werden viel schneller verges-sen als zusammenhängende und geordnete Informationen. Von „richtigem" Vergessen kann erst gesprochen werden, wenn Infor-mationen, die bereits im Langzeitgedächtnis nachgewiesen werden konnten, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr abrufbar sind.
Nach dem Ribot'schen Gesetz (1882), das man mit „first in, last out" umschreiben kann, bleiben früh gelernte Inhalte länger im Gedächtnis erhalten als später hinzugekom-mene. Ganz entscheidend für den Lernpro-zess ist, dass uns etwas emotional berührt, Die Tragik des Krankheitsverlaufs: Ein ohnmächtiges Gefühl, wenn sich die Welt langsam entzieht, nicht mehr verstehbar uns etwas sprichwörtlich unter die Haut geh. wird und der Kontakt für immer unumkehrbar verloren geht.
In diesem Fall werden die emotionalen Zent-ren im Hirn aktiviert, um über verschiedene Enthusiasmus, da das Alter der Hauptrisiko- Sinne. Informationen entstehen durch Bil- biochemisch-molekulare Prozesse das Anle- faktor für die Erkrankung ist und bleibt.
dung von Eiweißen in Nervenzellen. Diese gen von Erinnerungen in den Netzwerken Viele Wissenschaftler haben das Demenz- Nervenzellen selber sind über Nervenbah- der Nervenzellen zu ermöglichen. Gen gesucht. Man ist auch fündig geworden, nen untereinander intensiv vernetzt. Bei der einige Demenz-Gene sind bei fünf bis zehn Anlegung einer Erinnerung im Gedächtnis- Prozent der Alzheimer-Patienten nachweis- speicher bildet sich eine „Gedächtnisspur", Woran erkennt man Demenz?
bar. Es gibt also eine genetische Veranlagung. über die die Erinnerungen später abgerufen Im Vorfeld einer Demenz sind oft psychi- Im „Dorf des Vergessens" in der Region Antio- werden können.
sche Störungen zu beobachten, die häufig quia in Kolumbien, in dem fast die Hälfte der Das Vergessen ist eine wichtige Funktion kaum von denen einer Depression unter- Einwohner mit Ende 40 Alzheimer bekom- des Gedächtnisses. Es schützt das Hirn vor schieden werden können, wie zum Beispiel men, wird dies genauer untersucht. Eine einer Datenüberflutung und trennt Wichtiges Verlust von Interessen und Eigeninitiative, genetische Mutation ist hier für das gehäufte von Unwichtigem. Dem Vergessen kommt Reizbarkeit, Gefühl der Überforderung, Ver- Auftreten von Alzheimer verantwortlich. Der also eine wichtige Funktion bei der Informati- lust der Emotionalität. Gendefekt bewirkt, dass Generationen von onsverarbeitung zu. So führt Vergessen in der Das Leitsymptom al er Demenz-Erkran- Familien an Alzheimer erkranken. Regel zu einer Strukturierung der Gedächtnis- kungen ist die Störung der Merkfähigkeit und Allerdings kommt es auch vor, dass Men- inhalte, d. h. bedeutsame Dinge werden präg- des Kurzzeitgedächtnisses. Oft bleibt zumin- schen die genetische Anlage haben und nanter. Manchmal dient das Vergessen auch dest in den Anfangsstadien die äußere Fassa- dann trotzdem nicht an „Alzheimer" erkran- dem Schutz der „Seele". Es gibt das gezielte de der Person dabei gut erhalten, so dass die ken. Also, selbst wenn man die Gene hat, Vergessen, also ein bewusstes aber auch Gedächtnisstörungen im oberflächlichen kann man dem Schicksal noch entgehen. Kontakt sehr gut überspielt werden können. Nach neuen wissenschaftlichen Erkennt- Vergessen geschieht selektiv: Ereignisse Dies gelingt besonders gut den Menschen, nissen sind die Ursache für Demenzerkran- werden in Abhängigkeit von ihrem emotiona- die ihr Leben lang viele soziale Kontakte hat- kungen nicht primär der Tod von Nervenzel- len Gehalt vergessen. Dinge, die uns gleich- ten - der verbindliche Umgangston ersetzt len, wie bisher angenommen, sondern zuerst gültig sind, werden schneller vergessen als streckenweise den Inhalt der Botschaft.
Störungen an den Nervenzell-Kommunikati- solche, die starke Emotionen hervorrufen. Später verlieren sich länger zurück lie- onsknotenpunkten (Synapsen), den Verbin- Darunter halten wiederum positive besetzte gende Gedächtnisinhalte. Wenn die Demenz dungen zwischen den Nervenzel en. For- Ereignisse länger im Gedächtnis als gleichstar- fortschreitet, treten auch andere Störungen scher haben herausgefunden, dass die Zel- ke negative. Die alten Zeiten waren deshalb der Hirnfunktion hinzu, wie zum Beispiel len nicht absterben, sondern zunächst die guten Zeiten, weil in vielen Fäl en selektiv Wortfindungsstörungen, Rechenstörungen hauptsächlich in ihrer Funktion gestört sind. die neutralen und negativen Dinge zu Guns- und Störungen der Raumwahrnehmung, so ten der positiven vergessen werden.
dass sich die Betroffenen häufig verlaufen, besonders wenn in der ihnen über Jahrzehn- Lernen und Vergessen
te geläufigen Umgebung bauliche Verände- Bevor wir überhaupt Vergessen können, Was bleibt denn überhaupt
rungen stattfinden. Demenz-Kranke verlie- müssen wir erstmal einen Gedächtnis-spei- im Gedächtnis haften?
ren ihre Eigeninitiative. Sie vernachlässigen cher anlegen. Erinnerungen werden durch Wie lange etwas im Gedächtnis verbleibt, ihre früheren Hobbys, ihre Körperpflege und Lernen erzeugt. Es gibt verschiedene Ein- ist von vielen Faktoren abhängig, Informatio- das Aufräumen ihrer Wohnung, sortieren gangskanäle für Informationen über unsere nen mit emotionaler Färbung und Selbstbe- Dinge falsch ein (siehe Foto Kühlschrank). 10 LION Sonderdruck
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Schließlich sind sie nicht mehr in der Lage, schöneres im Leben passieren, als das man Aber auch gemeinsames Singen, Musi- sich ausreichend und richtig zu ernähren. möglichst viele „Probleme" hat, um das zieren und Tanzen lösen in der Regel positive Organ optimal zu nutzen? Natürlich müssen Gefühle aus. Ein Umfeld mit Freunden, Fami- die Probleme, besser vielleicht die Herausfor- lie und sozialem Netzwerk wirkt sich zusätz- Risikofaktoren für Demenz?
derungen, lösbar sein, wenn auch mit lich positiv auf die Lebensdauer aus. Wichtig Die Demenz ist keineswegs eine normale Anstrengung. Es ist aber noch viel wichtiger, ist die Häufigkeit, Bandbreite und Regelmä- Alterserscheinung, die jeden mehr oder min- dass diese Herausforderungen uns emotio- ßigkeit der Sozialkontakte, das zeigt die kürz- der betrifft, sondern eine Erkrankung, die typi- nal berühren. Sie müssen uns – positiv oder lich veröffentliche Long-life Studie von Fried- scherweise im Alter auftritt. Hauptrisikofaktor negativ – unter die Haut gehen.
man & Martin (2012).
ist also das Lebensalter. Das Überwiegen des weiblichen Geschlechts ist wahrscheinlich vor allem in der einige Jahre höheren Lebenser- Lions sind gefordert: Wirkung
Welchen Einfluss
wartung von Frauen begründet. Depressionen des sozialen Miteinanders
werden als Risikofaktor für die Entwicklung Zu solchen Herausforderungen zählen Das menschliche Gehirn braucht nicht einer Demenz angesehen. Sie treten vor allem vor allem soziale Kontakte, wobei Kinder das nur die geistige Anregung, sondern auch die in frühen Demenzstadien gehäuft auf und kön- schönste „Problem" sind, was man haben körperliche. Im Gegensatz zur bewegten, nen einer Demenz auch vorausgehen.
kann, da sie einen ständig emotional heraus- passiert bei unbewegter Körperhaltung im Kürzlich veröffentliche Studien stützen fordern, meint Prof. Hüther. Gehirn so gut wie nichts. Das Gehirn reagiert die Beobachtungen, dass sich das Risiko für Alzheimer-Demenz durch Modifikation des Lebensstils – und damit Absenkung des Gefäßerkrankungsrisikos – senken lässt. Bekannte Risikofaktoren für die Alzhei- mer-Demenz sind Diabetes, Fettstoffwech-selstörungen, Fettleibigkeit und Bluthoch-druck in der Lebensmitte, Rauchen, Depressi-on, kognitive oder körperliche Inaktivität sowie geringe Bildung. Allerdings lassen sich damit höchstens die Hälfte aller Alzheimer-Erkrankungen erklären. Faktoren, die u.a. das Erkrankungsrisiko senken sind: Mittelmeer-diät (hoher Anteil an Fisch, Gemüse, Obst, Getreide und ungesättigte Fettsäuren), geringer bis mäßiger Alkoholkonsum, kogni-tives Training und Bewegungsaktivität.
Dem möglichem Demenz-
Schicksal entgehen?
Es gibt also keine Patentrezepte gegen
das Gespenst „Demenz" aber es scheinen sich, neben einer ausgewogenen vitaminrei-chen, cholesterinarmen Ernährung, einer Nikotinabstinenz und einem gesunden Lebenswandel, ein paar Dinge herauszukris-tallisieren, die wichtig sind.
„Es kommt darauf an, dass man auch im fortgeschrittenen Alter das Hirn dafür nutzt, wofür es geschaffen ist, nämlich als Problem-lösungsinstrument. Das Hirn dient der Lösung „innerer" und „äußerer" Probleme", so der Neurobiologe Professor Gerald Hüther aus Göttingen. Auch wenn es paradox klingen mag: Wenn das Hirn ein Problemlösungsinstru-ment ist, was kann einem dann theoretisch Quälende Fragen: Wo sind denn nur meine.und wer hat die bloß wieder versteckt? LION Sonderdruck 11
Alzheimer S o n d e r d r u c k
Der Kontakt über die Generationen hinaus – am aktuellen Leben teilhaben – ein Bau- Kinder oder Enkelkinder: Die ständigen Herausforderungen, die Kinder für uns auf ihrem stein der Demenzprophylaxe, bei dem auch wir Lions gefordert sind.
Weg ins Leben bereithalten, stimulieren das Gehirn emotional und intellektuell. auf Dynamik und nicht auf Statik. Langes, war bei den Befragten, die einen Sinn im Wer regelmäßig Sport macht hat eine regungsloses Sitzen am Schreibtisch oder im Leben sahen und Zukunftspläne hatten um bessere Feinkoordination und Raumwahr- Fernsehsessel bedeutet also wenig Durch- 52 Prozent geringer als bei den Befragten mit nehmung, einen ausgeprägten Bewegungs- blutung und wenig Aktivität im Gehirn.
eher negativer Grundeinstellung. sinn und besitzt eine bessere Körperbeherr- Wie immer Menschen in Bewegung schung. Zufriedenheit und Ausgeglichen- gebracht werden ist nahezu unerheblich, heit, und ein besseres Selbstwertgefühl aber sie müssen es freiwillig tun, aus eige- Sport und Demenz
stellen sich ein.
nem Antrieb (nicht: „Mein Doktor hat aber Regelmäßiger Sport kann das Risiko ver- gesagt ."). Die innere Einstellung zum Sport mindern, an Altersdemenz zu erkranken. ist wichtig.
Eine körperliche Betätigung von mehreren Ein Beispiel: Tanzen
Stunden pro Woche hält das Gehirn fit. Ideal – Training für das Gehirn
ist ein Fitnessprogramm aus Ausdauer-, Disziplin, Resilienz
Kraft- und Beweglichkeitstraining. Wie wich- Tanzen, insbesondere das Paartanzen, tig Bewegung für das Gehirn in jedem kann dem Verlust der geistigen Leistungsfä- Die kürzlich veröffentlichte Studie von Lebensalter ist, weiß die Wissenschaft erst higkeit vorbeugen: „Gerade der Tanz spielt Friedman & Martin (2012) zeigt auch etwas seit ein paar Jahren. Sport regt nicht nur durch die motorischen Aufgaben in Verbin- anderes Interessantes: Tugenden wie Ziel- bereits das kindliche Gehirn zu vielen Ver- dung mit Denk- und Erinnerungsprozessen strebigkeit, Beständigkeit und Gewissenhaf- knüpfungen an, sondern stimuliert auch das eine große Rolle bei der Prävention von tigkeit sind gute Persönlichkeitsindikatoren Gehirn von Senioren. Demenz", erklärt der Sportwissenschaftler für eine gesunde Langlebigkeit. Warum? Es Bei körperlicher Bewegung kommt es Dr. Pierre Gider von der Medizinischen Uni- liegt nahe, dass disziplinierte Menschen eher auch zu einer vermehrten Durchblutung im versität Graz. Dort entwickelt man gerade im gesundheitsbewusst leben. Sie essen und Gehirn. Ein Beispiel: Wenn man Klavier spielt Zuge eines Forschungsprojektes ein Trai- trinken maßvoll, betreiben regelmäßig Sport, sind zwar nur zwei Prozent der Körpermasse ningsprogramm zur Prävention von Demenz. sie konsumieren weniger Genussgifte, schla- im Einsatz, aber rund 40 Prozent des Gehirns „Schritte und Bewegungsmuster zu erlernen, fen ausreichend, sie gehen keine unnötigen sind um ein Viertel mehr durchblutet. Bei diese unter Zeit- und Präzisionsdruck wieder- Risiken ein, sie achten auf ihr Wohlergehen. jeder Durchblutungsvergrößerung in einer zugeben und sich dann auch noch nach eini- Was zeichnet Menschen aus, die in Körperregion kommt es spontan auch zu ver- ger Zeit wieder daran zu erinnern, sind auch hohem Alter noch geistig fit sind? Diese Fra- änderten Stoffwechselvorgängen: Im Hirn für ‚Gesunde' schon manchmal eine wirkliche ge stellte sich eine Forschergruppe an der werden zum Beispiel mehr Nervenwachs- Herausforderung. Universität von Pennsylvannia, USA. Den tumsstoffe gebildet. Diese sind nicht nur Für einige Wissenschaftler scheint das Befragten in einer großen Studie über meh- zum Überleben, sondern auch für eine Tanzen ein geeignetes Mittel der Demenz- rere Jahrzehnte war eine gewisse Zähigkeit gesteigerte Funktionsfähigkeit der Nerven- Prophylaxe und -bremse zu sein. Wissen- gemeinsam, die sich in hohen Widerstands- zellen erforderlich. Sie sind die Vorausset- schaftler des Albert Einstein College in New werten gegen Stress, Angst, Depression und zung zur Vermehrung von Nervenverbindun- York fanden 2003 in einer Studie heraus, dass psychischer Belastung zeigte, die sog. Resili- gen. Die vermehrten Stoffwechselvorgänge Menschen, die lebenslang in ihrer Freizeit enz. Dazu passt auch eine Studie mit über führen also im Endeffekt zur Verbesserung Denksport betrieben, ein etwas niedrigeres 900 geistig agilen, sich selbst versorgenden des Gedächtnisses und zahlreicher anderer Risiko hatten, an einer Demenz zu erkranken. Senioren. Das Risiko für Alzheimer-Demenz Senioren, die aber regelmäßig in Tanzkurse 12 LION Sonderdruck
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gingen, reduzierten das Risiko erheblich um 76 Prozent. Die US-Forscher versuchten sich das so zu erklären, dass Tanzen viel mit dem Überlegen und Nachdenken von Schritten, Drehungen und Körperhaltungen zu tun hat.
Fit im Rentenalter?
Die Europäische Union hat 2012 zum
Jahr für aktives Altern erklärt. Es ist nie zu spät zum Management eines langen aktiven Lebensabschnittes, denn auch im steigen-den Lebensalter ist das Hirn noch zu Spitzen-leistungen fähig, wenn man sich körperlich aktiv und kognitiv erfolgreich bewegt, d.h. auch nach dem Berufsleben bleibt die Pro-duktivität wichtig. Diejenigen, die sich am meisten für das Erreichen ihrer Ziele enga-gierten, lebten am längsten und blieben China: Ein Vorbild? An Feiertagen wird in Peking in vielen Parks das traditionelle „Tai-chi" geübt. Aber mindestens mental fit. Ob neues Hobby oder Fortbildung genauso viele Menschen aller Altersklassen tanzen zwanglos im Freien zusammen. Sicher ist, dass ältere Menschen in - eine produktive Lebensweise im Alter spielt Asien in vielfältiger Weise in das Familien- und Sozialleben aktiv integriert sind. „Westliche Senioren verreisen, Senioren für Gesundheit und Lebensdauer tatsächlich in Asien kümmern sich um ihre Enkelkinder und ihre Familie", so ein Chinese aus dieser Gruppe.
eine noch größere Rolle als nur die sozialen Beziehungen oder die subjektive Zufrieden- tig. Sportarten sollten ausgewählt werden, heit. Aktive Rentner fühlen sich zumeist die ein Ausdauertraining für Gehirn und Kör- Ähnlich wie das Wissen um die Risiken glücklicher und sind sozial besser eingebun- per und die notwendige Konvergenz von von Rauchen, Alkohol und Fettleibigkeit die den als diejenigen, die ihre „Ruhe" genießen. geistiger und körperlicher Fitness bringen. Lebensgewohnheiten in Europa in den letz- Geistige und sportliche Aktivität sind proba- ten 50 Jahren beeinflusst hat, werden die te Mittel gegen geistigen Leistungsabbau neuen Erkenntnisse über kognitive, emotio- und somit eine nebenwirkungsarme und nale, soziale und körperliche Einflussfaktoren Heilbar ist die Demenz heutzutage nicht, individuell dosierbare Medizin für Geist und der Demenz zu Veränderungen unseres aber wenn sie auftritt, ist sie zumindest durch Lebensstils führen. L
Therapien in vielen Fällen in ihrem Verlauf um ein bis zwei Jahre aufzuhalten, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die Autorenvita: LF Prof. Dr. Thomas Bethke
Forschung steht unter Druck, neue Therapi-en zu entwickeln. Mit Durchbrüchen ist aber in diesem Jahrzehnt nicht zu rechnen.
Autor des Themas „Demenz-Wenn das Vergessen beginnt": Prof. Dr. med. Thomas D.
Aktive, körperlich mobile Menschen Bethke, geb. in Uetersen, Schleswig-Holstein, beschäftigt sich seit über 20 Jah- geben den „Geist" nicht so schnell auf. Wich- ren in Hochschule und Pharmazeutischer Industrie mit der Entwicklung neuer tig ist eine psychomotorische Aktivierung Medikamente für große Volkserkrankungen. über die ganze Lebensspanne hinweg. Unser Bethke studierte Humanmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Gehirn sollte stets als „Problemlösungsinstru- Danach forschte er zwei Jahre über kardiovaskuläre Themen, bevor er sich auf dem Gebiet ment" gefordert werden. Ein Umfeld mit der Klinischen Pharmakologie spezialisierte (Facharzt). Klinisch-praktische und wissen- Freunden, Familie, insbesondere mit Kin- schaftliche Erfahrungen sammelte er an der University of Virginia (USA) und der Yale Uni- dern, gemeinsames Singen, Musizieren, Tan- versity (USA). Er ist außerplanmäßiger Professor der Medizinischen Fakultät der Eberhard- zen und ein stabiles soziales Netzwerk wir- Karls-Universität zu Tübingen, Fachgebiet Klinische Pharmakologie. ken sich positiv aus. Wichtig ist die Häufig- Bethke schloss zusätzlich einen wirtschaftswissenschaftlichen Master of Business Adminis- keit, Bandbreite und Regelmäßigkeit der tration (Kollegg Graduate School of Management, Northwestern University, Chicago, und Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto Beisheim, Graduate School Blutgefäßschädigende Risikofaktoren of Management, Koblenz 1999) ab. Im Jahre 2000 wurde er zum Fellow der Faculty of wie Bluthochdrucks, zu hohe Blutfettwerte Pharmaceutical Medicine, London gewählt. und das Rauchen müssen rechtzeitig beach- Bethke hatte verschiedene internationale Leitungsfunktionen in der pharmazeutischen tet werden. Demenzprophylaxe sollte spä- Industrie. Seit 2012 ist er Medizinischer Direktor des Auftragsforschungsinstituts Medidata testens in der Mitte des Lebens beginnen. in Konstanz. L 
Körperliche Aktivität ist entscheidend wich- LION Sonderdruck 13


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Habe ich nun Alzheimer…
oder eine Demenz?
Von Konrad Maurer Die Alzheimer-Krankheit verstehen
Muskulatur wichtigen Botenstoffe Dopamin produzieren. Bei Diabe-tes hingegen beeinträchtigen Überzuckerung und Unterzuckerung die geistige Leistungsfähigkeit. Epidemiologische Studien liefern einen direkten Hinweis, dass Typ I -Diabetes (später Diabetes) das Autor: Prof. Dr. med Risiko erhöht, an Alzheimer zu erkranken. Unsere Beispiele zeigen, dass eine Demenz-Erkrankung durch sehr viele Krankheiten oder Störungen bedingt oder begünstigt sein kann. Einige davon können sehr gut behandelt werden, die anderen können zunächst in ihrem Verlauf verlangsamt werden. Daher ist es in Die Alzheimer-Krankheit ist eine Hirnleistungsstörung und die häufigste Demenzform. In Deutschland leben gegenwärtig mehr jedem Fall wichtig, die Ursache sehr schnell abzuklären und die pas- als 1,4 Millionen Demenzkranke, zwei Drittel davon leiden an Alzhei- sende Behandlung zu finden. mer. Mit zunehmendem Alter beklagen sich Menschen häufiger über Nachdem Jahrzehntelang kaum Fortschritte, vor allem was die Gedächtnisprobleme. Viele denken, Vergesslichkeit sei das erste Zei- Therapie anbelangt, erzielt wurden, hat sich in den letzten Jahren das chen der Alzheimer-Krankheit oder einer anderen mit Gedächtnisstö- Wissen über die Alzheimer-Krankheit rapide erweitert. Vor rund 15 rungen einhergehenden neurodegenerativen Gehirn-Erkrankung. Jahren wurde das erste Medikament gegen die Alzheimer-Krankheit Leichte Vergesslichkeit und eine „langsamere" Erinnerung gehören jedoch zum normalen Alterungsprozess und sind nur manchmal Vor- Heute gibt es bereits vier die Krankheit verzögernde Medikamen- zeichen einer Krankheit. Auffällig wird es vor allem dann, wenn die te. Dazu gehören: Rivastigmin (Exelon), Galantamin (Remenyl), Vergesslichkeit nur einen Teil der Symptomatik ausmacht und Verhal- Memantine (Axura und Ebixa) und Donepezil (Aricept). Als pflanzli- tensauffälligkeiten wie Misstrauen und Unruhe dazukommen. ches Präparat ist Ginkgo bilobo ( auch "Ginko", die Red.) zu nennen. Alzheimer ist eine Erkrankung, die hauptsächlich nach dem 60. Auch die Alzheimer-typischen Veränderungsprozesse im Gehirn Lebensjahr auftritt. Ab dem 80. Lebensjahr steigt der Prozentsatz der kennen wir heute wesentlich genauer und beschränken sich nicht Erkrankten sprunghaft an. 13,3 Prozent der 80 bis 84jährigen leiden mehr nur auf Amyloid-Plaques und Neurofibrillen. Erfreulicherweise an Alzheimer, 23,9 Prozent der 85 bis 89jährigen und bei den über werden derzeit neue Substanzen entwickelt, wie zum Beispiel Impf- 90jährigen sind es schon 34,6 Prozent, also ungefähr jeder Dritte. stoffe, die in die komplexen Prozesse eingreifen. Die Zahlen lassen aufhorchen und zeigen in Richtung einer frü- hen Abklärung, um mögliche Ursachen der Demenz zu finden. Bei der Demenz (Hirnleistungsstörung) handelt es sich um einen Ursachen der Alzheimer-Krankheit?
Oberbegriff für ein Syndrom, das eine Reihe von Symptomen, wie Trotz erheblicher Bemühungen von Wissenschaftlern auf der gan- zum Beispiel Gedächtnisverlust und Verhaltensveränderungen, bein- zen Welt sind die Ursachen der Alzheimer-Krankheit erst in Ansätzen haltet. In ähnlicher Weise wird auch der Oberbegriff „Fieber" verwen- erforscht. Man weiss, dass sich bei Alzheimer charakteristische Eiweis- det, welches ebenfalls bei vielen Erkrankungen auftreten kann. smoleküle (Beta-Amyloid-Peptide) als sog. Plaques (Eiweissklumpen) Ursächlich können sehr unterschiedliche Faktoren dafür verant- zwischen den Nervenzellen einlagern. Diese führen zum Absterben wortlich gemacht werden. Die häufigste Ursache ist die Alzheimer- der Gehirnzel en. Auch bei Menschen, die nicht an Alzheimer leiden, Krankheit, die rund 60 Prozent der Demenzfälle im Alter ausmacht konnten – wenn auch wesentlich seltener – diese Plaques nachgewie- und Veränderungen hervorruft, wie sie in Abbildungen zu sehen sind. (Anmerkung der Red.: Hippocampus-Atrophie und Temporo-parieta-le Stoffwechselminderung auf Seite 35) Vaskuläre Demenzen als Resultat einer Durchblutungsstörung Wie kommt es nun zur Entstehung dieser
des Gehirns sind die zweithäufigste Ursache. Andere mögliche Grün- de für eine Demenz sind Hirnverletzungen, Medikamente, falsche Es wird der mögliche Einfluss von Erbanlagen, von Stoffwechsel- Ernährung, Stoffwechselstörungen, ein Hirntumor, Störungen der veränderungen im Gehirn, von entzündlichen Prozessen, von Viren Schilddrüsenfunktion oder der Einfluss anderer Erkrankungen wie die und von Umweltfaktoren auf die Alzheimer-Krankheit vermutet. Parkinson-Krankheit oder Diabetes mellitus Typ II (Altersdiabetes). Neben Plaques sind noch die Neurofibrillen zu nennen. Es handelt Bei der Parkinson-Krankheit degenerieren Hirnzellen in der sog. sich dabei um fadenartige Ablagerungen innerhalb der Nervenzellen „Substantia nigra" (schwarze Substanz), die den zur Steuerung der und besteht aus zusammengelagerten „Tau-Proteinen". 14 LION Sonderdruck
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Lässt sich die Alzheimer-Krankheit aufhalten
treten auch bei Gesunden im fortgeschrittenen Alter auf. Der oder können ihre Auswirkungen
Gedächtnisverlust bei Alzheimer ist jedoch sehr viel schlimmer und rückgängig gemacht werden?
schreitet unaufhaltsam fort. Durch Medikamente lässt sich heute das Fortschreiten der Krank- Im Endstadium ist nicht nur die Erinnerung an Einzelheiten heit für eine gewisse Zeit aufhalten. Die Schädigungen des Gehirns gelöscht, sondern das Gedächtnis der Erkrankten wird zerstört. Schät- können bisher jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Daher ist es zungsweise 20-25 Prozent der über 85-jährigen in Deutschland sind wichtig, die Krankheit früh zu erkennen und zu behandeln, um dem von der Zerstörung des Gedächtnisses, bedingt durch die unheilbare Patienten so lange wie möglich ein selbständiges Leben zu ermögli- Gehirnstörung, betroffen. chen. Auch können einige Symptome, sog. Begleitsymptome der Demenz, wie zum Beispiel Depressionen, Unruhe oder Halluzinatio-nen sehr gut medikamentös behandelt werden. Das hilft dem Patien- Ist Alzheimer eine psychische Krankheit?
ten und vor allem ist es eine wesentliche Entlastung für die Familie Zum Teil ist dies wahr. Obwohl psychische Auffäl igkeiten die und für die Pflegenden.
Krankheit kennzeichnen in Form von Begleitsymptomen wie zum Bei-spiel Depressionen, Unruhe und Aggressivität u.a., ist Alzheimer ganz eindeutig eine degenerative körperliche Störung. Die Alzheimer- Ist die Alzheimer-Krankheit vererbbar?
Krankheit gehört zu der Gruppe der Demenzerkrankungen (Hirnleis- Bei einem frühen Beginn der Alzheimer-Krankheit ist an eine erb- tungsstörung), die durch einen Verfall des Gehirns gekennzeichnet liche Form zu denken (englisch: Family-Alzheimer s Disease – FAD), ist. Zu den Auswirkungen gehören der Verlust des Gedächtnisses, der Dieser Typus ist erfreulicherweise aber sehr selten. FAD ist eine Krank- intellektuellen Fähigkeiten sowie Persönlichkeitsveränderungen. heit, die insbesondere die Altersgruppen der 45 bis 55-jährigen befällt; sie macht aber nur ungefähr fünf Prozent aller Alzheimer-Fälle aus. Neuere Studien konnten fehlerhafte Gene, die für die FAD-Fälle Welche Art der Pflege ist für
verantwortlich gemacht werden können, auf verschiedenen Chromo- den Alzheimer-Patienten die beste?
somen nachweisen. Gegenwärtig werden die meisten Patienten zu Hause betreut. Häusliche Pflege macht es den Betroffenen leichter, sich mit dem Ver-lust ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu arrangieren. Sozi- Sind Alzheimer-Symptome normale Alterser-
ale Einrichtungen wie Tagespflegedienste, Pflegeheime und Angehö- scheinungen? – Diese Frage ist eindeutig
rigen-Selbsthilfegruppen können mit Rat und Tat zur Seite stehen, mit „nein" zu beantworten.
wenn es gilt, die Gegenwart zu meistern und die Zukunft zu planen.
Alzheimer ist eine Krankheit und darf nicht mit Senilität oder hohem Alter verwechselt werden. Einige für das Frühstadium von Alzheimer-typischen Symptomen, wie zum Beispiel Vergesslichkeit, Kann der Betreuer den Patienten auch einmal
guten Gewissens anderen überlassen?
Die Pflege von Alzheimer-Patienten ist eine enorme Belastung -
sowohl körperlich als auch geistig. In einem fortgeschrittenen Stadi-um der Krankheit ist eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich. Betreuer fühlen sich dann häufig isoliert, einsam und depressiv und setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Auch einem privaten Betreuer steht Urlaub zu. Nach einem Jahr Pflege zum Beispiel über-nimmt die Pflegeversicherung während eines maximal vierwöchigen Urlaubs die Kosten für die Ersatzpflege oder einen Heimaufenthalt in Typische Einschränkung der Glukoseverwertung bei der Alzheimer Krankheit, gemessen Höhe bis zu 4.432 Euro. Das gibt dem Betreuer und auch den Angehö- mit FDG-PET (Positronen Emissions Tomographie). Ausfälle werden besonders in tempo- rigen die Chance, Abstand zu finden und geistig und körperlich wie- ralen und parietalen kortikalen Arealen beobachtet (rechs gut zu sehen).
der aufzutanken. Wie viel kostet die häusliche Pflege
im Gegensatz zur Pflege im Heim?
Nicht jede Familie ist in der Lage, ihre Angehörigen zu Hause
angemessen zu versorgen. Bei der Entscheidung für ein Pflegeheim sollte zunächst vor Ort überprüft werden, ob das Betreuungsniveau stimmt und ob man dort auch wirklich auf Alzheimer-Patienten ein-gestellt ist. Ein Platz im Pflegeheim kostet – bei Pflegestufe III und je nach Lage – ab 3.000 Euro monatlich. Die Pflegeversicherung bezu- Ausgeprägter Volumenschwund (Atrophie) im für das Lernen besonders wichtigen schusst einen Heimplatz mit bis zu 1.432 Euro, in Härtefällen sogar bis Hippocampus bei der Alzheimer Krankheit.
zu 1.688 Euro monatlich. Eine mögliche Differenz muss dann aus dem LION Sonderdruck 15
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Privatvermögen des Patienten oder dessen Angehörigen gezahlt In der Zwischenzeit hat sich werden. Es ist aber ersichtlich, dass aufgrund der langen Krankheits- der Demenz-Detections-Test dauer die Diagnose Alzheimer für alle Betroffenen und für die Ange- (DemTect) verbreitet, da er doch hörigen immer eine hohe finanzielle Belastung darstellt. etwas aussagefähiger ist als der MMST. Auch dieser Test dauert nur etwa zehn Minuten und Inwieweit sind Alzheimer-Patienten versichert?
besteht aus fünf Untertests: Die gesetzlichen Krankenversicherungen decken die Kosten für Zehn vorgelesene Worte wie Vorsorgeuntersuchungen, für verschriebene Medikamente, Arztbe- „Telefon" und „Hund" sofort aus- suche und Krankenhausaufenthalte. Um Leistungen aus der Pflege- wendig wiederholen, Zahlen als versicherung zu erhalten, müssen Patienten oder Angehörige einen Zahlwort und Zahlwörter als Antrag bei der Krankenkasse stellen. Nachdem überprüft wurde, Zahlen schreiben, im Super- wie schwer die Pflegebedürftigkeit des Kranken ist, steht ihm ein markt erhältliche Dinge in einer bestimmter Betrag an Pflegegeld zu. Dieser Betrag ist dann steuer- Minute nennen, Zahlenfolgen in frei und kann für die Kosten, die den Angehörigen durch die Pflege umgekehrter Reihenfolge wie- entstehen, genutzt werden. Zuschüsse zu Pflegeheimkosten oder derholen und die eingangs technischen Hilfen für den Haushalt können ebenfalls beantragt genannten zehn Begriffe noch- Uhrentest: Der Patient zeichnet die 12 mals wiederholen.
Ziffern einer Uhr und die Stellung der Beim DemTect können maxi- Zeiger einer vorgegebenen Uhrzeit ein.
mal 18 Punkte erreicht werden. An wen kann ich mich wenden?
Unter Berücksichtigung des Alters erfolgt eine Punktevergabe. Bei Angehörigen und Betroffene können sich über das Internet infor- dem Test unterscheidet man zwischen einer „altersgemässen Leis- mieren über die Krankheit, die häusliche Pflege und auch das Betreu- tung", „leichter kognitiver Beeinträchtigung" und „Demenz-Verdacht".
ungsrecht. Dort finden sich auch Adressen von Institutionen und Ver- Syndrom-Kurztest (SKT) – Dieser Test ist recht ausführlich und bänden, die Pflegedienste anbieten. Vergessen Sie nicht das Telefon- wird von den Patienten gut angenommen, da „spielerisch" mit Bildern buch. Es lohnt sich, einmal unter den folgenden Stichworten und Spielsteinen gearbeitet wird. nachzusehen: „ambulante oder häusliche Pflegedienste", „Alten-, Pfle- Man muss Gegenstände benennen, Gegenstände unmittelbar ge- oder Seniorenheime", „Alzheimer-Gesellschaft", „Alzheimer-Krank- reproduzieren, Zahlen lesen, Zahlen ordnen, Zahlen zurücklegen, heit", und „soziale Dienste". Symbole zählen, Gegenstände reproduzieren, Gegenstände wieder erkennen. Die Durchführung der einzelnen Aufgaben ist auf jeweils 60 Sekunden beschränkt (per Stoppuhr gemessen). Der SKT trennt Wie kann ich nun auf einfache Art und Weise
sicher gesunde Kontrollpersonen von Patienten mit Alzheimer- bei mir oder bei anderen
Demenz; er weist auf folgende Schweregrade hin: keine kognitiven eine Demenz feststellen?
Leistungsstörungen, leichte kognitive Leistungsstörungen oder eine Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist ein Screening-Instrument Demenz in leichter, mittelschwerer, schwerer oder sehr schwerer Aus- (Raster-Verfahren) zur Erfassung kognitiver Störungen bei älteren Personen. Es handelt sich dabei um ein Interview mit Handlungsauf-gaben und praxisnahen Fragen. Der MMST dauert nur 10-15 Minuten, wobei mit diesem Test der Schweregrad einer Demenz beurteilt wer- Hier der persönliche Schnelltest
den kann. Der Test eignet sich auch zur Verlaufskontrolle. Die Aufga- Haben Sie zunehmend Probleme, sich Namen, Telefonnummern benstellungen stammen aus den fünf Kategorien: Merkfähigkeit, oder das Datum zu merken? Fällt es Ihnen in letzter Zeit zunehmend Erinnerungsfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Rechenfähig- schwerer, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren? Können Sie sich keit und Sprache. schlechter orientieren? Verlaufen oder verfahren Sie sich? Haben Sie Die maximale Punktzahl beträgt 30. Ab 27 Punkten spricht man öfter Probleme im Haushalt: Schwierigkeiten beim Kochen, im von einer milden kognitiven Beeinträchtigung, bei weniger als 20 Umgang mit Haushaltsgeräten, mit der Körperpflege und Hygiene? Punkten von mittelgradiger Demenz und bei unter 10 Punkten von Brauchen Sie in letzter Zeit mehr Hilfe von anderen als sonst? Haben einer schweren Demenz. Sie nicht mehr so oft Lust wie früher, etwas zu unternehmen und blei- Die Fähigkeit eine Uhr abzulesen ist meist früh gestört und irritiert ben Sie lieber zu Hause? oft Angehörige, da sie niemals gedacht hätten, dass der Betroffene Bei mehr als zwei Ja-Antworten sollten Betroffene ihren Arzt auf schon im frühen Stadium unfähig ist, die Uhrzeit abzulesen. Beim das Ergebnis aufmerksam machen und sich ggf. vom Psychiater oder Uhrentest zeichnet die Testperson in einen vorgegebenen Kreis die Neurologen oder in einer spezialisierten Gedächtnisambulanz unter- 12 Ziffern einer Uhr und die Stellung der Zeiger einer vorgegebenen suchen lassen. Einerseits können die Symptome eine harmlose oder Uhrzeit ein. Es wird beurteilt, wie die Uhrzeit eingezeichnet wird, gut behandelbare Ursache haben; andererseits bewahrt eine frühe wobei erstaunliche Resultate zu Tage treten, wie sich anhand der fol- Behandlung der Symptome Lebensqualität. genden Abbildung bei verschiedenen Demenzgraden nachweisen Warnzeichen sollen nochmals wiederholt werden und sind lehr- lassen. (siehe Abbildung Seite 36 oben, die Redaktion) reich für Betroffene und Angehörige.
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Das sind die Warnzeichen
ver Stress spielt in der Hirnalterung eine grosse Rolle. Eine Ernäh- Sie werden vergesslich, wiederholen stets die gleiche Frage oder rung empfiehlt sich deshalb in Richtung Obst und Gemüse und die gleiche Geschichte, haben Wortfindungsstörungen, vergessen der Zufuhr einer Reihe von aktiven Antioxidantien. Hierzu zählen einfache Ausdrücke oder verwenden falsche Bezeichnungen, verän- die Vitamine C und E. In der Nahrung kommt Vitamin C besonders dern ihre Persönlichkeit, ziehen sich zurück, werden ängstlich, ruhe- in Obst und Gemüse vor. Der Gehalt sinkt jedoch beim Kochen, los, reizbar, misstrauisch oder auch distanzlos, finden Gegenstände Trocknen oder Einweichen sowie bei der Lagerhaltung. Vitamin E nicht mehr oder legen sie an einen ungewöhnlichen Ort, verlernen kommt in pflanzlichen Ölen vor, wie Weizenkeim-, Sonnenblumen- alltägliche Aktivitäten, wissen nicht mehr, wie man kocht oder telefo- niert oder eine Krawatte bindet, beschuldigen andere Personen, Kurkuma (Gelbwurz) können Alterungsprozesse im Gehirn ver- bestimmte Gegenstände weggenommen zu haben, sind oft orientie- langsamen und die kognitiven Leistungen verbessern. Auch Gewür- rungslos, die zeitliche und räumliche Orientierung geht verloren, fin- ze, wie das soeben genannte Kurkuma (oft in Curry enthalten) kön- den sich auch in vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht, verlieren nen Nervenzellen schützen, wobei der neuroprotektive Effekt in die- den sicheren Umgang mit Geld und Rechnungen, vernachlässigen sem Beispiel auf die antioxidative Wirkung des Inhaltsstoffes die Körperpflege und Äußeres (Kleidung) und bestreiten dies, über- Kurkumarin zurückführt, werden kann. lassen Entscheidungen anderen, haben starke Stimmungsschwan- Auch grüner Tee wird empfohlen und es ist sehr wahrscheinlich, kungen, innerhalb kurzer Zeit haben Sie die Stimmung von Ausgegli- dass er vor Alzheimer schützen kann. Die im grünen Tee enthaltene chenheit über Tränen bis hin zu grundlosen Wutausbrüchen, können Substanz EGCG (Epigalocatechin 3) verhindert offenbar die Bildung Situationen nicht mehr richtig einschätzen, ziehen zum Beispiel an der für das Gehirn gefährlichen Amyloid-Plaques. Stattdessen werden warmen Tagen mehrere Pullover an, haben schliesslich Probleme ungiftige kugellige Eiweisshaufen gebildet, die für die Nervenzellen beim abstrakten Denken. nicht schädlich sind. Was kann ich nun tun, um mich vor Alzheimer zu
Was sollte man vorbeugend essen und trinken?
schützen? Kann man dieser Krankheit vorbeugen?
Mediterrane Kost. Grünen Tee. Kaffee. Kurkuma (Curry). Heidel- Die wichtigsten Säulen sowohl zum Schutz als auch zur Vorbeu- beeren und schwarze Johannisbeeren. Viel Wasser. Eine gute Botschaft kommt aus Bordeaux; dort wurde schon vor einigen Jahren die positive Wirkung von Rotwein entdeckt (die For-  regelmäßige körperliche Betätigung scher konnten diese Wirkung für Weisswein nicht verifizieren, da in  gesunde Ernährung ihrem Umfeld nur Rotwein getrunken wurde).  stetige geistige Herausforderungen In einer schwedischen Studie mit 1.500 Frauen, die zwischen 1968  soziale Kontakte.
bis 2002 durchgeführt wurde, wurde diese Aussage bestätigt. Frauen, die ausschliesslich Wein tranken, hatten ein um 70 Prozent niedrige- Was die körperliche Betätigung anbelangt, suchen Sie sich einen res Risiko an Alzheimer-Demenz zu erkranken. Andere Alkoholika wie Partner für ihre sportlichen Aktivitäten oder besuchen Sie einen Gym- auch Bier zeigten diese Wirkung nicht. nastik-, Yoga- oder Tanzkurs für Senioren. Nehmen Sie auch an Volks-wanderungen teil, die in vielen Gemeinden und Städten angeboten werden. Geistige Reserve verzögert Alzheimer-Ausbruch
Was die gesunde Ernährung anbelangt ist es relativ einfach. Men- Fordern Sie Ihr Gehirn! Betrachten Sie es wie einen Muskel, der schen im Mittelmeerraum haben ein niedrigeres Risiko an Alzheimer trainiert werden muss, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Zwi- zu erkranken. Dies scheint an der Ernährung zu liegen, wie viele Stu- schen dem 50. bis 60. Lebensjahr scheint das Gehirn-Training beson- dien zeigen.
ders wichtig zu sein. Auch bis ins hohe Alter ist es nachweislich sinn- Die traditionelle mediterrane Kost ist gekennzeichnet durch voll, sein Gehirn anzustrengen und es ständig mit Neuem zu konfron- einen relativ hohen Anteil von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide, einem moderaten Anteil von Milchprodukten, Fisch und Alkohol, vornehmlich in Form von Rotwein und einem vergleichswei- Was können Sie im Alltag ohne großen Aufwand
se niedrigen Anteil von rotem Fleisch und Geflügel. für Ihre geistige Reserve tun?
Spielen Sie Karten: Rommee, Canasta, Doppelkopf, Skat und
Bridge. Oder spielen Sie Brettspiele, Schach, Mühle, Backgammon Ausserdem werden wenig tierische Fette
und natürlich auch andere Gesellschaftsspiele. Lesen Sie regel- und dafür reichlich Olivenöl verzehrt
mässig die Zeitung. Erinnern Sie sich bewusst an Tagesereignisse. Was Antioxidantien anbelangt sollte man wissen, dass im Kör- Versuchen Sie Ihre Einkäufe ohne Zettel zu bewältigen. Lernen Sie per viel Sauerstoff verbraucht wird und deshalb auch vermehrt Lieder oder Texte auswendig, am besten in einem Chor oder einer „oxidativer Stress" auftritt und dies vor allem beim Gehirn, einem Theatergruppe. Lösen Sie Rätsel, zum Beispiel Sudoku. Frischen Organ mit der höchsten Sauerstoffrate. Freie Radikale sind kurzle- Sie eine Fremdsprache auf oder lernen Sie eine neue Sprache. Wer- bige, aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen; sie können oxi- den Sie kreativ: malen, werken, Handarbeit, töpfern oder basteln. dativ Stress erzeugen und Zellkomponenten schädigen. Oxidati- Spielen Sie ein Musikinstrument. Beschäftigen Sie alle Sinne, LION Sonderdruck 17


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sehen, riechen, tasten, schmecken, fühlen Sie bewusst, nehmen Sie sich Zeit dafür. Verreisen Sie, neue Eindrücke fordern und för-dern Ihr Gehirn. Besuchen Sie einen Computer-Kurs und lernen Sie, die neuen Medien nach ihren Wünschen zu nutzen und benutzen Sie als Rechts-händer öfter mal die linke Hand und umgekehrt. Zu guter letzt: kon-taktfreudig und ausgeglichen.
So lange man im Beruf tätig ist, ist die tägliche Begegnung mit anderen Menschen selbstverständlich. Nach Beendigung des Berufs-lebens kann sich eine grosse Lücke auftun. Wer sich vom gesellschaft-lichen Leben zurückzieht, verzichtet auf geistige Anregungen. Dieser Gedankenaustausch – ob im Freundes- oder Familienkreis – ist für das Gehirn sehr wichtig. Laut einer schwedischen Studie haben Menschen, die verheiratet sind oder einen Partner haben, ein halb so grosses Demenzrisiko wie gleichaltrige Alleinlebende. Ausgeglichene Menschen erkranken im Alter weniger wahrscheinlich an Demenz. Jene, die ruhig und entspannt waren, also sich nicht leicht erschüttern liessen, sich ruhig und zufrieden zeigten, verfügten über ein 50 Prozent geringeres Risiko innerhalb der sechsjährigen Laufzeit der schwedischen Studie, an Demenz zu erkranken. Oben: Auguste Deter Ebenfalls um 50 Prozent geringer war das Risiko für Menschen, – Bei ihr hat Alois die sozial aktiv waren im Vergleich zu sozial inaktiven Menschen. Eine Alzheimer die nach ruhige und kontaktfreudige Lebensweise in Kombination mit einem sozial aktiven Leben kann das Risiko beachtlich senken. Krankheit erstmals Wenn Sie Mitglied in einem Lions-Club sind, liegen sie auf jeden beschrieben (1901).
Fall auf der sichereren Seite. Wie sieht der perfekte Tag aus
Autorenvita: Maurer & Maurer
um sich vor Demenz zu schützen?
Am Schluss natürlich die Frage, wie sieht nun ein perfekter Tag
aus, um sich vor der Demenz zu schützen? Unsere Autoren „Habe ich nun Alzhei- Morgens nach den ersten zwei Tassen Kaffee und einem Heidel- mer… oder eine Demenz?": Prof. Dr. med beermüsli einen grünen Tee kochen, rein in die Laufschuhe und eine Konrad Maurer, geb. in Stuttgart Bad Runde joggen und mit allen auf der Strasse ein Schwätzchen begin- Cannstatt, studierte zunächst Musik (Vio- nen. Dann zum Arzt. Im Wartezimmer angeregte Unterhaltungen füh- loncello) in Stuttgart und Paris. Danach ren und alles durchchecken lassen; schon ist Zeit für das Mittagessen. folgte Medizin mit einer Ausbildung als Lachs mit Brokkoli, dazu Tomatensalat und ein Glas Apfelsaft. Danach Neurologe, Psychiater, Psychotherapeut schnell ein Rätsel gelöst und dann ab in den Tanzkurs. und Psychosomatiker mit den entsprechenden Facharztanerken- Nach dem Nachmittagskaffee einen Kurs in Italienisch besuchen. nungen. Von 1993 bis 2003 war er Ordinarius für Psychiatrie und Dabei ruhig und ausgeglichen eine Partnerin/Partner suchen, um Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychothe- dem Single-Dasein zu entgehen. Abends mit Freunden eine Runde rapie mit Sexualmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum. Skat spielen, dazu ein Glas Rotwein. Leider bleibt dann zum arbeiten Ulrike Maurer ist gebürtige Berlinerin und war nach dem Abitur im keine Zeit mehr. Buchhandel und Verlagswesen im In- und Ausland tätig. Unter Nun hat man alles richtig gemacht, aber leider den Job verloren. ihrer Leitung wurde das Geburtshaus von Alois Alzheimer in Dies kann zu einer schweren Depression führen und stellt somit einen Marktbreit renoviert und zu einem Museum und Tagungszentrum neuen Risikofaktor dar. umgestaltet, das sie nun hauptverantwortlich betreut. Das Alzhei- Nein, so muss es wirklich nicht enden. Der Arztbesuch ist natür- mer-Geburtshaus befindet sich im Besitz der Firma Lilly Deutsch- lich wichtig, um alle Herz-Kreislauf-Risikofaktoren auszuschliessen und ggf. auch zu behandeln. Suchen Sie sich aber trotzdem die Konrad und Ulrike Maurer sind Autoren der ersten Alzheimer-Bio- Sachen aus, die Sie gerne essen. graphie 1998 Piper Verlag GmbH ISBN 3-492-04061-6, Taschen- Vielleicht würzen Sie öfters mal mit Curry. Bewegen Sie sich so viel buch Dezember 2000 ISBN 3-492-23220-5. Von Konrad und Ulrike wie möglich und so gut es geht. Widmen Sie Ihren Hobbys und Aktivi- Maurer stammt das Bühnenstück „Die Akte Auguste D." täten mehr Aufmerksamkeit und seien Sie für Neues und neue Bühnenfassung Theater Verlag Hofmann-Paul. L 
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Aloysius Alzheimer – Das Museum
Von Ulrike & Konrad Maurer Ausstellung zeigt, wo alles began – Sein ärztlicher Lehrmeister schrieb den „Struwwelpeter"
Wichtige Stationen seines Lebens waren 1883 Reifeprüfung am Am 14. Juni 1864 kam noch vor dem Morgengrauen der kleine Aloysius „Alois" als Sohn des Notars Eduard Alzheimer und des- Königlich Humanistischen Gymnasium in Aschaffenburg und Studi- sen zweiter Ehefrau Theresia in Marktbreit in der jetzigen Ochsenfur- enaufenthalte in Berlin, Tübingen und Würzburg, wo er 1888 seine ter Strasse 15a zur Welt. Auch die Taufe erfolgte im elterlichen Haus. Dissertation „Ueber die Ohrenschmalzdrüsen" (lediglich 16 Seiten, die Eine frühe Aufnahme zeigt Alois Alzheimer (Seite 41 oben rechts) Red.) erstellte – mit ersten histologischen Tafeln. im Alter von zwei Jahren mit seiner Mutter Theresia und den Im Dezember 1888 wurde Alois Alzheimer Assistenzart an der Geschwistern Karl und Johanna (rechts). „Städtischen Heilanstalt für Irre und Epileptische" in Frankfurt am LION Sonderdruck 19
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Oben rechts das Original Mikroskop von Alois Alheimer, außerdem: Das Umfeld. – Die Akte der Auguste Deter ist als Faksimile vorhanden.
Main. Unter Heinrich Hoffmann, dem Autor des „Struwwelpeter", wur- 26. XI. – Sitzt im Bett mit ratlosem Gesichtsausdruck: de die Klinik 1864 eingeweiht.  Wie heissen Sie? – Auguste Im April 1894 heiratete Alois Alzheimer die Witwe Cecilie Simo-  Familienname? – Auguste nette Nathalie Geisenheimer, geb. Wallerstein (1860-1901). Aus der  Wie heisst Ihr Mann? – Ich glaube, Auguste. Ehe gingen drei Kinder hervor.  Ihr Mann? – Ach so, mein Mann… (versteht offenbar die Frage Alzheimers wissenschaftliches Werk umfasst Untersuchungen zur progressiven Paralyse, zur Arteriosklerose des Gehirns, zur Alko-  Sind Sie verheiratet? – Zu Auguste.
holkrankheit und zur Epilepsie. Alzheimer war ausserdem ein gefrag-  Frau Deter? – Ja, zu Auguste Deter.
ter forensischer Psychiater. Der Ursprung der Bezeichnung „Alzheimer-Krankheit" geht auf 1903 verliess Alois Alzheimer Frankfurt und ging über Heidelberg den Fall einer 51-jährigen Patientin zurück („Frau Auguste D."), die am nach München, um an der Königlichen Psychiatrischen Klinik" (Direk- 25. November 1901 in der Frankfurter Klinik mit dem Zeichen einer tor: Emil Kraepelin) seine wissenschaftliche und ärztliche Tätigkeit Demenz aufgenommen wurde. fortzusetzen. Seine Habilitationsschrift hatte Frankfurter Paralysefälle Alois Alzheimer untersuchte die Patientin selbst. Der Dialog in zum Thema: „Histologische Studien zur Differentialdiagnose der Pro- Alzheimers Handschrift ist erhalten: gressiven Paralyse". 20 LION Sonderdruck
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Familie und original Kranken-bericht über Auguste Deter.
Unter seiner Leitung wurde das Labor an der Münchner Klinik ein Während der Reise nach Breslau erkrankte Alzheimer an einer Zentrum histopathologischer Forschung. Bedeutende Forscher und Erkältung, von der er sich nie wieder erholen sollte. Aerzte waren seine Schüler: Karl Kleist, Hans-Gerhard Creutzfeldt, Ab Oktober 1915 wurde Alois Alzheimer zunehmend bettlägerig Alfons Jakob, Constantin von Economo, Ludwig Merzbacher, F. H. und verstarb am 19. Dezember 1915 in Breslau im Alter von 51 Jahren Lewy, Gaetano Perusini und Ugo Cerletti. an Nierenversagen. Im November 1906 berichtete Alois Alzheimer auf der „37. Ver- Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Hauptfriedhof in Frank- sammlung Südwestdeutscher Irrenärzte" in Tübingen über diese furt am Main, wo seine Frau schon am 28. Februar 1901 beigesetzt Patientin. Sein Vortrag hatte den Titel: „Ueber eine eigenartige worden war. Vom Geburtshaus war bis zum Jahr 1989 wenig bekannt. Erkrankung der Hirnrinde". Später wurde die präsenile Demenz auf Es wurde 1989 im Rahmen eines Symposiums zum 125. Geburtstag Vorschlag von Emil Kraepelin als „Alzheimer sche Krankheit" von Alois Alzheimer identifiziert und am Donnerstag, den 22. Juni 1989 mit einer Gedenktafel versehen. Am 16. Juli 1912 übernahm Alois Alzheimer das Direktorat der 1995 erwarb die Firma Lilly Deutschland GmbH das Haus; es wird Psychiatrischen- und Nervenklinik der Schlesischen Friedrich-Wil- seither als Gedenk- und Tagungsstätte genutzt. Im Geburtszimmer helms-Universität in Breslau. Kaiser Wilhelm II. unterschrieb seine befindet sich das Mikroskop von Alzheimer mit Objektträgern mit Bestallungsurkunde. Hirnschnitten der Auguste Deter. L
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Leserbrief zum Titelthema „Alzhei-
Tanzbein schwingen! Wir sind ein toller Bericht von LF Peters zeigt, wäre es aber mer" im LIon 9/2012
Club und ich bin stolz bei Euch dabei zu dringend angebracht, gerade in solch von Dr. Christophe Schwarz, l ions einem Fall die Hilfe der Clubfreunde anzu- Club l udwigsburg-Favorite, als offe- ner Brief an Autor Dr. Peter Peters Leserbrief zum Titelthema „Alzhei-
In den beiden Fällen, die im Bericht erwähnt mer" im LIon 9/2012
werden, haben die Angehörigen aber nicht Lieber Peter, endlich hatte ich heute Abend von heinz J. Bäcker, l ions Club versucht, die Krankheit zu verbergen, son- einmal Zeit den neuen „LION" zu lesen und hattingen-r uhr dern haben weiterhin den Kontakt zum ich muss schon sagen: einmal mehr bin ich Sehr geehrter Herr Stoltenberg, lieber Freundeskreis des Clubs gepflegt, was von Deinem Engagement überrascht und Lionsfreund, in den über dreißig Jahren, in sicherlich nicht nur für die erkrankten fasziniert. Peter, da ist Dir im Lion ein großer denen ich einigermaßen regelmäßig die Freunde von großer Bedeutung war. Ein so Wurf gelungen! Dein Artikel fesselt von Veröffentlichungen im LION verfolge, bin mutiger Schritt kann sicherlich dazu beitra-Anfang bis Ende - und das sage ich nicht ich selten, fast möchte ich sagen nie, auf gen, das übliche Schweigen über diese nur weil ich natürlich „befangen" bin, aber einen Artikel gestoßen, der mich so ange- Erkrankung aufzubrechen. Ihnen lieber LF ich habe al es sehr aufmerksam durchgele- rührt hat wie der von LF Peters im letzten und Chefredakteur Stoltenberg, gilt mein sen, als Leser hatte man immer ein wenig LION. Schon bei der ersten flüchtigen Lek- Dank, weil Sie das Tabuthema aufgegriffen den Eindruck, dieser Dieter da, das könnte türe hatte ich das sichere Gefühl: das ist und LF Peters ausdrücklich angehalten auch ich einmal sein. sehr gut geschrie- Lions, so, wie in diesem Bericht beschrie- haben, die Hilfsmöglichkeiten am Ende sei-ben. ben, bekommt das „We Serve" Hand und nes Berichts zu bündeln.
Auch der darauf folgende - eher wissen- Fuß. Nach meinen Erfahrungen wird näm- Noch einmal: herzlichen Dank für diesen schaftlich angehauchte, aber sehr gut ver- lich diese schlimme Erkrankung bei Lions ehrlichen, anschaulichen und zutiefts ständliche – Artikel über die Vermeidungs- oft verheimlicht, meist dadurch, dass der humanen Bericht, der sicherlich nicht nur strategien. Ich bin sicher, dass in Deutsch- betreffende Lionsfreund von Angehörigen, viele Lions betroffen gemacht hat, sondern land die Tanzkurse diesen Herbst alle die seine Erkrankung geheim halten möch- hoffentlich auch dazu beiträgt, das Schwei-ausgebucht sein werden, weil alle Lions- ten, abgemeldet wird, ohne dass der Club gen der Clubs angesichts dieser Erkrankung freunde mit Ihren Frauen auf einmal das auf diese Abmeldung reagiert. Wie der von Freunden zu durchbrechen.
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Fortsetzung von Seite 2 – Anmerkungen zum LION Sonderdruck „Alzheimer"
und ihr Sohn Tillmann haben die Krankheit von Walter Jens erstmals in die breite Öffentlichkeit getragen, Rudi Assauer hat sich in einer mutigen Reportage mitgeteilt, Arno Geiger mit dem Bestseller „Der alte König in seinem Exil," informiert ausführlich über das Leben mit seinem an Alzheimer erkrankten Vater, einfühlsam und fesselnd Mar-tin Suter´s „Small World", in der Sendung „Nachtcafé" von Wieland Backes zum Thema Demenz mit dem Sohn von Klausjürgen Wussow, Arno Geiger und anderen werden weitere Puzzles zusammengetra-gen.
In preisgekrönten Filmen wie dem Alzheimer Drama „Mein Vater" mit Klaus J. Berendt und Götz George und dem kanadischen Film „An ihrer Seite" erleben wir hautnah das Fortschreiten der Krankheit und die Konflikte, die durch die unheilbare Krankheit initiiert werden. Bewegend auch der Film „Auslöschung" mit Klaus Maria Brandauer, den die ARD Anfang 2013 ausstrahlt. Prof. Dr. Maurer arbeitet zudem gerade mit daran, das Thema in einem internationalen Kinofilm umzusetzen. Gespannt sein dürfen wir auch auf die Ergebnisse der „Dyadem-Studie" der Berliner Charité, ein bundesweites Pilotprojekt, in dem Paare begleitet werden, bei denen ein Partner an Alzheimer erkrankt ist. Wir planen unsere Rente, planen den Erhalt unseres Hauses, pla- Lions schreiben nen große Reisen, freuen uns vorausschauend auf den Ablauf der
nächsten großen Geburtstage, freuen uns auf sich abzeichnenden Familienzuwachs bei unseren Kindern und Enkeln – doch das, was uns morgen einen gewaltigen Strich durch die Rechung machen könnte, darüber wissen wir nach wie vor wenig. Die große Resonanz auf die Alzheimer Veröffentlichungen im LION September und Oktober 2012 hat uns bestärkt, diesen Sonder-druck zu erstellen. „Ein so mutiger Schritt kann – wie es LF Heinz J. Bäcker in seinem Leserbrief im LION 10/2012 treffend formuliert – sicherlich dazu beitragen, das übliche Schweigen über diese Krank-heit aufzubrechen". Rückfragen, Anmerkungen, Kritik, Nachbestellungen etc. an Dr.- Ing. Wolfgang Peter Peters, Calwerstr, 29, 71732 Tamm, Tel 07141
602060, Fax 07141 604545, email wppeters@t-online.de, http://www.
wppeters.homepage.t-online.de L
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Source: http://www.demenztalk.de/de/foerderer.html?file=files/demenz-1/presse/pdf/Lions_Sonderdruck_Alzheimer.pdf

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Cuadernos de la Cátedra "la Caixa" de ResponsabilidadSocial de la Empresa y UNA PERSPECTIVA EMPRESARIAL Nº 4 Julio de 2009 Antonio ArgandoñaProfesor y Titular de la Cátedra "la Caixa" de ResponsabilidadSocial de la Empresa y Gobierno Corporativo Ricardo Morel BerendsonColaborador, Cátedra "la Caixa" de Responsabilidad Social de la Empresa y Gobierno Corporativo

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Klinik und Institut für Nuklearmedizin Dr. Bettina Lipécz Bayer Science Video - Die Niere Abflussbeurteilung • Alle Nierenerkrankungen bei denen die Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion und die Bestimmung des Harnabflusses erforderlich sind. • Angeborene Nierenfunktionsstörungen • Abklärung Hypertonie, V.a. NAST • Z.n. Nierentrauma • Kontrolle nach Nierentransplantation und

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