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Ausbildungsunterlagen für den

Feuerwehr Medizinischen Dienst
(Stand Nov.2007)
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Der Feuerwehr Medizinische Dienst
zusammengestellt von OBI Ing. Mag. Werner Kreisl
(Sachbearbeiter FMD im Abschnitt Enns)
Definition FMD:
Zur Sicherstellung der
• medizinischen, • einsatzhygienischen und • psychologischen Betreuung, sowie • körperlichen Fitness von Feuerwehrmitgliedern soll im Bereich des LFV und seinen Feuerwehren ein
"Feuerwehrmedizinischer Dienst" eingerichtet werden.
Definition Feuerwehr-Ersthelfer (F-EH)
Ein(e) Feuerwehr-Ersthelfer(in) ist ein
- in Erster Hilfe ausgebildetes Feuerwehrmitglied - mit feuerwehrspezifischer EH-Zusatzausbildung, - das die vorgeschriebenen Fortbildungen rechtzeitig absolviert. Er/Sie ist kein(e) ausgebildete(r) Rettungssanitäter(in)!
Abgrenzung zu den Aufgaben der Rettungsorganisationen im Sanitätergesetz:
"§ 3 Abs. 4 Sanitätergesetz (SanG):
Hilfeleistungen durch Angehörige der […]
Feuerwehr werden durch das SanG nicht berührt, sofern die technische Verbringung
von Personen aus Gefahrenzonen samt allfälliger anschließender Übergabe zur
sanitätsdienstlichen Versorgung im Zentrum der Tätigkeit steht."
FMD geht daher nicht über diesen Bereich hinaus!
1. ORGANISATION / GLIEDERUNG DES FMD:
In der Feuerwehr: • Feuerwehr-Ersthelfer (1 F-EH pro (angefangene) 10 aktive Feuerwehrmitglieder)
• Sachbearbeiter FMD in der Feuerwehr
• Feuerwehrarzt Im Abschnitt: • Sachbearbeiter FMD im Abschnitt (OAW) Im Bezirk: • Sachbearbeiter FMD im Abschnitt (HAW) • Bezirksfeuerwehrarzt Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Im OÖLFV: • Sachbearbeiter FMD im LFV • Landesfeuerwehrarzt • Arbeitsausschuss 2. AUFGABEN DES FMD IM ALLGEMEINEN:

Dem FMD obliegen zwei grundsätzliche Aufgabenbereiche:

a. im eigenen Wirkungsbereich

• Sanitätsdienstliche Betreuung / Versorgung von Feuerwehrmitgliedern.
b. außerhalb des eigenen Wirkungsbereiches

• Medizinische Erste-Hilfe-Leistungen an Fremdpersonen unter außergewöhnlichen Bedingungen und bei Schadensereignissen außergewöhnlicher Art. • Technische Verbringung von Personen aus Gefahrenzonen samt anschließender Übergabe zur sanitätsdienstlichen Versorgung steht im Zentrum der Tätigkeit. 3. AUFGABEN DES FEUERWEHR-ERSTHELFERS
a. im eigenen Wirkungsbereich: 1. Übernahme von Erste-Hilfe-Maßnahmen, Organisation der erforderlichen medizinischen Erstversorgung und weiterer Hilfsmaßnahmen für Feuerwehrmitglieder, die im Einsatz, bei Übungen, Bewerben, Jugendlagern und sonstigen angeordneten Dienstverrichtungen gesundheitlich beeinträchtigt werden; 2. Begleitung verletzter Feuerwehrmitglieder ins Krankenhaus und Information des Einsatzleiters über den weiteren Zustand des Verletzten; Unterstützung der Rettungsorganisationen, des Notarztes, des Notfallpsychologen und des Notfallseelsorgers in Abstimmung mit dem "Einsatzleiter Feuerwehr"; 4. Mitarbeit entsprechend seiner Fähigkeiten bei der psychologischen Betreuung von Feuerwehrmitgliedern präventiv, in der Akutphase und nach belastenden Einsätzen; 5. physische Betreuung von Feuerwehr-Einsatzkräften bei belastenden bzw. lange dauernden Einsätzen (Organisation von Ruhezonen, Hinweis auf erforderliche Verpflegungsmaßnahmen, .) in Abstimmung mit dem "Einsatzleiter Feuerwehr"; 6. Unterstützung des Sachbearbeiters FMD in der Feuerwehr bei der Organisation und Dokumentation der Aus- und Weiterbildung von Feuerwehrmitgliedern im Bereich Erster Hilfe; 7. Unterstützung des Sachbearbeiters FMD in der Feuerwehr bei der Wartung, Pflege und Sorge für die Nachbeschaffung des bei der Feuerwehr vorhanden Sanitätsmaterials. b. außerhalb des eigenen Wirkungsbereichs (im Anlassfall auf Anordnung des EL): 1. Rettung Bedrohter oder bereits Geschädigter aus Gefahrenbereichen; 2. Sicherstellung der erforderlichen EH-Maßnahmen / medizinischen Erstversorgung von / an Personen in Gefahrenzonen, in die andere Rettungsorganisationen in Ermangelung erforderlicher Schutzausrüstung nicht vordringen können.


Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 3. Hilfeleistung (medizinische und psychische Erste Hilfe) für Personen während und unmittelbar nach einem Einsatz in Abstimmung mit der anwesenden Rettungsorganisation, soweit dies in Ermangelung anderer Hilfe unbedingt notwendig ist. 4. Unterstützung der Rettungsorganisation am Einsatzort. Näheres siehe Richtlinie für den FMD §§ 12 ff. 4. AUS- UND FORTBILDUNG VON FEUERWEHR-ERSTHELFERN:

a. Ausbildung:
Voraussetzung:
abgeschlossene Grundausbildung im Feuerwehrdienst
Dauer:
24 Stunden – aufgeteilt in 2 Teile
Inhalt:
16 Stunden Erste Hilfe Grundkurs (nicht älter als 2 Jahre)
8 Stunden feuerwehrspezifische Zusatzausbildung (7 Module)
feuerwehrspezifische Zusatzausbildung:
- Feuerwehrmedizinischer Dienst im OÖLFV (0,5 Std.)
- Großunfall (1,5 Std.)
- Gefahrenbereiche (1 Std.)
- Praktische Personenrettung (3 Std.)
- Zusammenarbeit an der Einsatzstelle (1 Std.)
- Erste Hilfe Ausrüstung der Feuerwehr (0,5 Std.)
- Grundzüge der Hygiene (0,5 Std.)

Abschlussprüfung durch Multiple Joice Test!

b. Fortbildung:
Verpflichtend:
- Mind. 5 Std. fachspezifische Fortbildung innerhalb von jeweils 5 Jahren und
- nach jeweils spätestens 5 Jahren neuerlich 16 Std. EH-Grundkurs (jedes zweite
Mal 8 Std. EH-Auffrischungskurs möglich).
Zusätzlich empfohlen (freiwillige):
- Besuch von FMD-Fortbildungsveranstaltungen,
- jährliche Mitwirkung an zumindest 1 EH-Übung,
- Teilnahme an FMD-Abschnitts- und -Bezirkstagungen
- Studium fachspezifischer Literatur.
Ohne Absolvierung der verpflichtenden Fortbildung erlischt mit Ablauf des 6. Jahres
Berechtigung zur Führung der Funktionsbezeichnung „F-EH".
4. KENNZEICHNUNGEN IM FMD:
Feuerwehr-Ersthelfer: - weiße Armschleife mit roter Aufschrift „FMD" am rechten Oberarm oder Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV - das gem. Dienstbekleidungsordnung vorgesehene Verwendungs-abzeichen.

Feuerwehr-Arzt:
- reflektierende weiße Aufschrift „ARZT" auf dunklem Grund am Rücken des
Einsatzanzuges und der Schutzjacke oder bei Bedarf gelber Überwurf gem. Dienstbekleidungsordnung mit Aufschrift „ARZT" und „FEUERWEHR". Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 2.2 Der Großunfall
(OBI Ing. Mag. Werner Kreisl) OÖN vom 30.01.2006:
„…Das Dach der Halle war am Samstag während einer Brieftaubenmesse
eingestürzt und hatte hunderte Menschen lebendig begraben. Mehr als 1.000
Einsatzkräfte versuchten die Verschütteten in Sicherheit zu bringen. 66 Tote wurden
geborgen. Mehr als 140 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Tragödie
ereignete sich wenige Wochen nach dem Eishallenunglück in Bad Reichenhall. Zum
Zeitpunkt des Unglücks befanden sich zwischen 500 und 1.000 Menschen in der
Halle."

1. Definition:
• Ein Unfall ist ein plötzliches, unerwartetes, durch Gewalteinwirkung
verursachtes Ereignis, das zu Personen- und/oder Sachschaden führt und mit örtlich vorhandenen Mitteln bewältigt werden kann.
• Ein Großunfall liegt vor, wenn anzunehmen ist, dass das Ereignis mit den
örtlichen personellen und materiellen Kräften und Mitteln nicht bewältigt werden kann, aber keine erklärte Katastrophensituation vorliegt.
• Eine Katastrophe ist eine Ausnahmesituation, in der die täglichen
Lebensgewohnheiten der Menschen plötzlich unterbrochen sind und die Betroffenen infolgedessen Schutz, Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische und soziale Fürsorge oder anderes Lebensnotwendiges benötigen und das Ereignis oder die Situation von der Behörde zur „Katastrophe" erklärt wird.
2. Ziel dieser Lehreinheit:
Der/Die FeuerwehrsanitätshelferIn soll einen Überblick über die Vorschriften des Rettungsdienstes und der sanitätsdienstlichen Einrichtungen für die Bewältigung eines Großunfalls erhalten, damit er im Einsatzfall die Strukturen kennt und mit dem Rettungsdienst bestmöglich zusammenarbeiten kann.
3. Vorschriften:
a. Rahmenvorschrift „Großunfälle" vom 24.09.2004 Sie beschreibt so einfach wie möglich die Elemente einer sanitätsdienstlichen Einrichtung mit dem Ziel, österreichweit einheitliche und verbindliche Vorgaben bezüglich der Organisation, des Personals und des benötigten Materials zu erstellen. (Beschluss Präsidetenkonferenz des ÖRK) b. Durchführungsvorschrift Großunfälle vom 15.03.2005 Sie wurde auf Basis der Rahmenvorschrift „Großunfälle" beschlossen und nimmt Bezug auf organisatorische, personelle und materielle Besonderheiten in Oberösterreich. (Beschluss LVAS des RK-Landesverbandes OÖ)


Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Richtlinien zum Patientenleitsystem, Österreichische Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie vom Mai 1995 Die wichtigsten Standards zur optimalen Versorgung der Betroffenen in einem Großschadensfall sind: • die Sanitätshilfsstelle • das Patientenleitsystem
Organisation im Schadensraum:

Der Schadensraum ist das Gebiet innerhalb
der inneren Absperrung.
Er gliedert sich in:
• Schadensplatz
• Sanitätshilfsstelle • Einsatzleitung • Informationsstelle ÖRK Ausbildungsmappe „Rettungssanitäter"1) Sicherheitseinrichtungen im Schadensraum
Die Sicherheitseinrichtungen sind durch die Exekutive bzw. Feuerwehr im
Einvernehmen mit dem Roten Kreuz herzustellen.
a) Äußere Absperrung
großräumige Umleitung des Verkehrs b) Innere Absperrung möglichst dichte Absperrung, um Schaulustige fernzuhalten und in Panik geratene Personen zurückzuhalten. c) Sicherheitsring Absperrung um den Schadensplatz, um eine Gefährdung der Einsatzkräfte bzw. Unverletzter auszuschließen. Damit Einsatzfahrzeuge möglichst koordiniert zu- und abfahren (Einbahnsystem) und keine Fremdfahrzeuge unkontrolliert in den Schadensraum gelangen können, sollen in der inneren Absperrung nur eine Ein- und Ausfahrtsmöglichkeit vorhanden sein. Die Sanitätshilfsstelle (SanHiSt)
Sie ist das Kernelement der Organisation im Schadensraum und soll garantieren, dass bei einem Massenanfall von Verletzten diesen möglichst frühzeitig



Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV entsprechende Hilfe zuteil wird und die „Katastrophe" nicht vom Ort des Geschehens in die Spitäler verlagert wird. Unter SanHiSt versteht man eine räumliche Gliederung innerhalb des Schadensraumes. Sie ist der gesamte sanitätsdienstliche Raum mit angegliederten Betreuungskomponenten. Die SanHiSt muss • in ihren wesentlichen Bestandteilen • in einer möglichst frühen Phase und • mit höchster Priorität (das heißt zeitlich vor bzw. mit der Individualversorgung) aufgebaut werden. Für die ersteintreffenden Kräfte sind die wesentlichen Teile der SanHiSt: • Verletztenablage • Kfz-Sammelplatz Bei Vollausbau einer SanHiSt umfasst diese: (ergibt sich aus der Verletztenablage) • Behandlungsraum • Transportraum (ergibt sich durch Ausbau Kfz-Sammelplatz) • Sammelstellen für Unverletzte und Tote (außerhalb platziert) • Material- und Meldestelle (auch getrennt) • Betreuungsstelle
Der Vollausbau der SanHiSt ist nur bei entsprechender
Lage erforderlich, sonst werden nur die wesentlichen
Teile – wie oben beschrieben – aufgebaut.
ÖRK Ausbildungsmappe „Rettungssanitäter"1)
Die Feuerwehrbergetrupps bringen die von ihnen geborgenen Patienten zur
Verletztenablage (Triageraum).

Triageraum:
Da im Großschadensfall die erforderlichen Mittel [Personal, Material
(Verbandsmaterial, Medikamente, …),. Transportmittel, …] meist nur beschränkt zur
Verfügung stehen, ist es Ziel einer Triage, möglichst
viele Verletzte mit Überlebenschance zu behandeln
oder durch Herstellen der Transportfähigkeit der
zweckmäßigen Behandlung zuzuführen.
Triage ist daher die innerhalb kürzester Zeit (1 bis 3
Minuten) erfolgte Einteilung der Patienten nach der
Dringlichkeit der Bergung, Behandlung bzw. des
Abtransportes durch einen erfahrenen Notarzt.


Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Im Rahmen der SanHiSt werden zumindest 3 Triageentscheidungen getroffen: • Priorität der Bergung (bei der Bergetriage) • Priorität der Behandlung (in der Triagestelle) • Priorität des Transportes (in den Behandlungsstellen) • Ggf. Änderung der Behandlungs- oder Transportpriorität (Behandlungsstellen)
Bergetriage:
Sie ist die Tätigkeit einer mobilen Gruppe (Notarzt, Sanitäter und eventuell Funker),
die sich auf den Schadensplatz (z.B. verunfallter Eisenbahnwagon) begibt, mit dem
Ziel, den Bergungs- und Rettungsmannschaften (z.B. Feuerwehr) aus medizinischen
Erwägungen Hinweise auf eine hohe Bergungspriorität zu geben.
Diese Hinweise erfolgen durch gut sichtbare Anbringung der
Patientenleittasche, welche dem Feuerwehrbergetrupp anzeigt, dass dieser
Patient vorrangig zu retten ist.
Triagestelle:
Je nach Bedarf, örtlichen Verhältnissen und
Angebot an Ärzten werden, entstehend aus
der Verletztenablage, eine oder mehrere
Triagestellen möglichst nahe beim
Schadensplatz, aber außerhalb des
Gefahrenbereiches gebildet. Dies geschieht
dann, wenn mit einer bloßen Verletztenablage
nicht das Auslangen zu finden ist. Die Triage
kann auch direkt an der Verletztenablage
erfolgen. Jede Triagestelle verfügt über einen
Triagearzt.
Spätestens bei der Ankunft in der Triagestelle wird am Patienten die Leittasche des
Patientenleitsystems (PLS) befestigt. An der Triagestelle legt der Arzt für jeden
Patienten die Behandlungspriorität fest und vermerkt die Triageentscheidung auf der
PLS Tasche.
Behandlungsraum:
Dem Triageraum ist je nach Lage ein
Behandlungsraum angegliedert, der sich in
mehrere Behandlungsstellen unterteilt.
I „Sofortbehandlung" Atemstörung durch Schwerverletzte Schädelhirntrauma, Verbrennungen (15-30%) Leichtverletzte Verbrennungen (bis Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV IV „betreuende Schwerstverletzte Kreislaufstillstand, und Patienten zur schwere Verbrennung
Sammelstelle Unverletzte:
In dieser sind nach durchgeführter Triage, Registrierung und Kennzeichnung mit PLS
unverletzte Personen unterzubringen und nach Bedarf psychosozial zu betreuen.
Sammelstelle Tote:
Hier sind Verstorbene nach ärztlicher Feststellung des eingetretenen Todes und
Registrierung bis zum Abtransport durch die Bestattung zu sammeln.
Transportraum:
Dieser besteht aus: • Verladestelle für PatientenKFZ-Sammelplatz (Zu- und Abfahrtswege sind möglichst als Einbahnsystem festzulegen, die Aufstellung der Fahrzeuge erfolgt im Regelfall in Schrägpark- und/oder Längsparkordnung), Schlüssel bleiben stecken) • Hubschrauberlandeplatz Material- und Meldestelle:
Dient zur Registrierung des Personals und Materials.
Betreuungsstelle:
Dient zur umfassenden psychosozialen Betreuung und gliedert sich in
• Krisenintervention (KIT) für Angehörige und leicht- bzw. unverletzte Betroffene
• Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen (SvE) für eigene Mitarbeiter KENNZEICHNUNG UND WEGWEISUNG
Ziel Die Kennzeichnung der Elemente im Schadensraum erleichtert die räumliche Gliederung im Einsatz (SanHiSt) und einen raschen Ablauf der Hilfsmaßnahmen. Arten Folgende Kennzeichen sind zu verwenden: Schadensraum: Sammelstelle Sammelstelle Wegweiser Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Triageraum: (Gleichseitige dreieckige Schilder (50 cm)). Behandlungsraum: (Runde Schilder mit 40 cm Durchmesser) Sofortbehandlung Dringende Behandlung Spätere (ambulante) Behandlung wartende) Transportraum: (Rechteckige Schilder mit der Größe 40 x 50 cm) Personal „SanHiSt" Leiter Leiter Leiter Leiter Abbildungen aus Durchführungsvorschrift „Großunfälle"2)
Kennzeichnung Personal

Im Zuge der räumlichen Gliederung wird für jede errichtete Stelle eine Leiterfunktion bestellt und mit der entsprechenden Kennzeichnung versehen: Einsatzleiter: rote Warnweste (auf Basis EN 471), gelbe reflektierende Streifen über die Schulter und parallel zu den silberfarbenen reflektierenden Streifen, Schriftzug „Einsatzleiter" auf Brust- und Rückenteil, Zeichen Rotes Kreuz Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV MATERIAL UND AUSRÜSTUNG
Zur Bewältigung eines Großunfalls trägt jeder RK-Landesverband in seinem Wirkungsbereich für ausreichende Ausrüstung zur Einrichtung und zum Betrieb von SanHiSt Sorge. Der RK Landesverband OÖ hält dafür in den Bezirken mobile Sanitätseinheiten mit Schnelleinsatzhängern vor und verfügt außerdem über Kommandofahrzeuge und einen LKW SanHiSt (Zentralraum Linz). Das Patientenleitsystem (PLS)
Eines der größten Probleme bei einem Massenanfall von Verletzten ist die eindeutige Kennzeichnung und Registrierung aller beteiligten Personen. Zur Kennzeichnung der Patienten zwecks Erfassung und Leitung sind daher ausschließlich die durch das Bundeskanzleramt für ganz Österreich eingeführten Patientenleittaschen zu verwenden. Das PLS verfolgt den Zweck einer einfachen und raschen Nummernkennzeichnung von Patienten für den Massenanfall mit den Möglichkeiten • Triage-Anordnungen medizinische Aufträge und • das Zielspital zu vermerken und sodann • den mit dem Transport beauftragten Rettungsdienst (Funkrufnummer) und das Zielspital ohne Zeitverlust zu registrieren und • (nur wenn Zeit zur Verfügung steht) auf einem beigefügten Behandlungsprotokoll weitere medizinische Informationen und in einem Identifikations-Protokoll Angaben zur Person festzuhalten. Es erfüllt auch eine wichtige positive psychologische Wirkung. Jeder von einem Ereignis Betroffene – auch ein Unverletzter – will mit einer PLS-Tasche gekennzeichnet werden, weil er sich dann anscheinend „erfasst" und damit betreut fühlt. Woher bekomme ich Patientenleittaschen: Die Patientenleittaschen werden vom ÖRK in allen bei einem Großunfall relevanten Einsatzmitteln mitgeführt und ausreichend und einsatzbereit bevorratet. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Anwendung der Patientenleittasche
a) Im Rahmen der Bergetriage:
Werden mobile Gruppen zur Bergetriage eingesetzt, führen diese PLS-Taschen mit. Sie versehen auf Anordnung des Notarztes jene Patienten mit einer unausgefüllten Tasche, die dringend geborgen und zur Triagestelle gebracht werden müssen. Diese Kennzeichnung ist für den Rettungstrupp der Feuerwehr wichtig, da er dadurch die Bergeprioritäten erkennt, denn im Regelfall wird die Bergetriage in enger Absprache mit der Feuerwehr oder anderen bergenden Spezialkräften erfolgen. b) Im Rahmen der Triagestelle: Die weiteren Patienten sind in der Triagestelle mit dem PLS zu versehen.
Die PLS-Tasche bleibt bis zur definitiven und namentlichen Registrierung in der Endbehandlungsstelle (Krankenhaus) auf dem Patienten. 1.) Fortlaufende Nummerierung (mit den beiliegenden Selbstklebe- 2.) Bewusstsein 5.) Beidseitiger Pupillenzustand 6.) Kennzeichnung von Verletzungen durch Ankreuzen 7.) a. Eintrag erster Triageentscheid des Triagearztes*) b. nachträgliche in andere Triagegruppe 8.) Name des Patienten hier eintragen 9.) Abriss für das Zielkrankenhaus 10.) Abriss für die SanHiSt *) Anmerkung: Die PLS-Taschen müssen erst an die neue Einteilung der Behandlungsstellen angepasst werden! Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Hier können im Bedarfsfall vom Triagearzt zusätzliche Aufträge für dringende Behandlungen erteilt werden. Gleichzeitig kann die notwendige Lagerung angegeben Abriss für das Zielkrankenhaus: Hier wird u.a. die gewünschte KH-Abteilung eingetragen. Abriss für die Schadensplatzorganisation (SanHiSt): Hier können noch Vermerke für die SanHiSt sowie der Name des Patienten eingetragen werden. Inhalt der PLS-Tasche:
Identifikationsprotokoll
Das ausgefüllte Identifikationsprotokoll ist spätestens nach Beendigung des Transportes (Einsatzes), idealer weise vor Verlassen der SanHiSt bei der Einsatzleitung oder einer von dieser benannten Stelle (z.B.: Verladestelle) abzugeben, um jeglichen Datenverlust zu vermeiden und eine vollständige Weiterleitung an zuständige Behörden und andere EO sicher zu stellen (z.B.: Exekutive, Suchdienst, etc.). Behandlungs-Protokoll:
Bleibt genügend Zeit, kann auch das
Behandlungs-Protokoll für das
Krankenhaus ausgefüllt werden.
Mit dem Ausfüllen des Protokolls darf der
Abtransport unter keinen Umständen
verzögert werden.
Kennzeichnung kontaminierter Patienten
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Sind Patienten radioaktiv, biologisch oder chemisch kontaminiert worden und ist eine besondere Warnung an das rettende, behandelnde und transportierende Personal notwendig, wird auf der Vorder- und Rückseite der PLS-Tasche eines der 5 gelben reflektierenden Dreieck-Symbole, welche in der Tasche vorhanden sind, aufgeklebt. Kontaminierte Gegenstände können mit den übrigen vorhandenen Dreiecken markiert werden.
30 Selbstklebe-Nummernetiketten:
Die PLS Tasche enthält weiters vornummerierte Selbstklebeetiketten, die zur
Kennzeichnung von Eigentum des Patienten, zur Registrierung innerhalb der
SanHiSt sowie am Verteilerprotokoll in der Verladestelle Anwendung finden.
Die Nummer setzt sich wie folgt zusammen:
4 RK 06 490
fortlaufende Nummer (Rotes Kreuz) (Bezirk Zusammenarbeit der Einsatzkräfte Feuerwehr und Rettung

Neben den sonstigen typischen Aufgaben der Feuerwehr bei einem Großunfall
unterstützt sie die Rettungseinheiten im Bereich der sanitätsdienstlichen Einrichtung
z.B. einerseits bei den erforderlichen Absperrmaßnahmen und bei den fachgerechten
Rettungs- bzw. Bergungsmaßnahmen – vor allem unmittelbar aus dem
Gefahrenbereich bzw. vom Schadensplatz.
Weiters können FeuerwehrersthelferInnen bei Bedarf und in Absprache zwischen
dem Einsatzleiter Feuerwehr und dem Einatzleiter RK auch im Bereich der einzelnen
SanHiSt-Bereiche als Unterstützung der dortigen Rettungseinheiten eingesetzt
werden und dabei vor allem beim Transport von Patienten behilflich sein.
Führungsstruktur der Rettungsorganisation bei einem Großunfall vor Ort:
• Aus den Reihen der ersteintreffenden Rettungskräfte wird ein vorläufiger
Einsatzleiter bestimmt. • Die vorläufige Einsatzleitung geht im Regelfall nach Eintreffen an den Bezirksrettungskommandanten, den Landesrettungskommandanten oder an einen von diesem beauftragten Mitarbeiter über (z.B. Offizier vom Dienst). Zur Optimierung der Zusammenarbeit aller im Schadensraum operierender Einsatzorganisationen (z.B. Feuerwehr und Rettung) ist die Errichtung einer gemeinsamen Einsatzleitung anzustreben. Die personelle Besetzung ist durch den jeweiligen Einsatzleiter fest zu legen. ------------------------------------------------- 1) Abbildungen mit freundlicher Genehmigung vom Österreichischen Roten Kreuz, Generalsekretariat Wien 2) Abbildungen mit freundlicher Genehmigung vom Österreichischen Roten Kreuz, Landesverband Oberösterreich Fotos: Rotes Kreuz – Bezirksstelle Linz-Land/Stadt Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 2.3 Gefahrenbereiche
(HAW Siegfried Donabauer) Es ist nicht möglich alle Gefahren im Vorfeld zu besprechen bzw. zu beüben, daher soll in
diesem Vortrag das Auge für verschiedene Gefahrenquellen anhand von Fotos und Berichten
geschult werden. Dieser Vortrag dient als Ergänzung zum Grundlehrgang – Abschnitt
Gefahrenlehre .
Mit Hilfe der „GAMS – Regel" können die Gefahrenquellen eingeschätzt werden, um die
nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
G- efahr erkennen:
Eigene Wahrnehmungen (Rauch, Flammen, Gefahrengut Kennzeichnung, Gasleitungen, Gastanks, Stromleitungen, Gelände, Umfeld, Witterung .)
A- bsichern, Absperren:
Welche Ausbreitungsgefahr besteht durch den Gefahrenstoff? Witterung und Windrichtung beachten. Die Einrichtung einer Verletztenablage muss außerhalb des Gefahrenbereiches sein. Mindestens 30 bis 60 m von der Unfallstelle Mehrere 100 m bis zu 1000 m bei Tankbrand M- enschenrettung :
Oberstes Ziel ist, dass nicht der Helfer selbst zum Verletzten wird, daher die nötige Schutzausrüstung verwenden und die Aufenthaltzeit so kurz als möglich halten.
S- pezialkräfte anfordern:
Wenn die eigene Schutzausrüstung nicht ausreicht, spezialisierte Kräfte nachfordern. Solange INFORMATION fehlt, größte
GEFAHR annehmen
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Unter diesen Gesichtspunkten sollte mit den Kursteilnehmern die Folie „Verkehrsunfall mit
Gefahrengut" analysiert werden.
Am Display steht:
Unfall nähe Ortstafel Klendorf (Bezirk Perg) PKW und LKW beteiligt, verletzte Personen, LKW mit Gefahrengutkennzeichnung. Welche Überlegungen kann der SAN-Wart bei der Anfahrt anstellen?
¾ Art des Gefahrenstoffes ¾ Schutzausrüstung, Selbstschutz ¾ EH- Maßnahmen bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen ¾ . Nächste Folie Lagebild
Was können wir erkennen?

G- efahr :
A- bsichern:
Gefahrengut kann auf Grund der Neigung des Geländes nach unten abfließen M- enschenrettung :
Passant im unmittelbaren Gefahrenbereich S- pezialkräfte:
Gefahrengutstützpunkt, Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Weitere Infos zum Lagebild LKW hat mehrere Kammern + Austritt von Benzin 2 Personen im PKW
Witterung:
Temperatur 10 Grad über 0, Wind Art des Gefahrengutes:
Nächste Folien: Sicherheitsblatt, Informationen über Benzin als Gefahrenstoff
Organisation im Schadensraum:
¾ Absperrung, Brandschutz, Verletztenablage, Dekontaminationsstation,.
¾ Übergabe der Verletzten außerhalb des Gefahrenbereiches an den
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Um eine Lage unter Einsatzstress schneller und leichter zu erfassen und zu beurteilen (Gefahrenanalyse) empfiehlt es sich im Vorfeld eine „Checkliste für die Tasche des Einsatzanzuges" zu erstellen. Das Hilfsmittel Checkliste ist auf die Gegebenheiten bei jeder Feuerwehr anzupassen, daher soll die unten angeführte Checkliste für die eigenen Bedürfnisse adaptiert werden. F M D C h e c k lis te
Menschen in Gefahr (Wenn ja siehe Rückseite) W ird Rettung benötigt W ird Feuerwehrarzt benötigt (W enn ja wer und wie wird verständigt) Durchgeführt um. von wem.
Menschen in Gefahr Rettung sofort möglich Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 2.4 Personenrettung (praktisch)
(HAW Robert Radmayr)
Begriffsdefinition: Der Rettungsdienst spricht von einer Personenbergung, die
Feuerwehr spricht von einer Personenrettung – gemeint ist dasselbe!
Jede Patiententrageausrüstung hat ein Höchstbelastungsgewicht, welches unbedingt
zu beachten ist und muss zum vorgegebenen Intervall laut Herstellerangaben geprüft
werden. Sie unterliegen dem Medizin Produkte Gesetz (MPG).
Richtiger Umgang mit der Schaufeltrage:
Die Schaufeltrage ist ein Rettungsgerät zum schonenden, liegenden
Personentransport über kurze Distanzen, bis die Person dann auf der Rettungstrage
gelagert werden kann. Weiters kann sie zum Retten einer Person aus einem PKW
oder LKW bzw. zur Rettung aus Baustellen oder aus dem Gelände verwendet
werden.
Wesentlich dabei ist, dass die Person beim Tragen oder Heben mit 3 Gurten
gesichert ist. Im steileren Gelände über Böschungen kann die Schaufeltrage mittels
einer Rettungsleine zusätzlich vor dem Abrutschen der tragenden Personen
gesichert werden.
Die Schaufeltrage darf keinesfalls zum freihängenden Transport auf einem
Kranhaken verwendet werden, zu diesem Zweck wäre sie zu instabil. Das richtige
Gerät ist hier die Korbtrage. Die Person kann jedoch auf der Schaufeltrage gelagert,
in die Korbtrage fixiert und so gerettet werden. Diese Kombination ist vorgesehen
und sehr sinnvoll.
Es gibt viele Möglichkeiten, eine Schaufeltrage einzusetzen. Eine Schaufeltrage darf
nur verwendet werden, wenn die Anwender den Umgang damit erlernt haben und
diese auch gefahrlos anwenden können. Die Schaufeltrage fällt unter das Medizin
Produkte Gesetz (MPG), welches besagt, dass lehrende Personen nur Personen
sein dürfen, die für diese Tätigkeit geschult wurden, z.B. Lehrsanitäter des
Rettungsdienstes. Weiters müssen Personen, welche die Schaufeltrage anwenden,
eben für diesen Zweck ausgebildet sein. Üben zur weiteren Verfeinerung des
Umganges kann in der Feuerwehr selbst durchgeführt werden.
Die praktische Ausbildung auf der Schaufeltrage und deren Anwendungsgebiete
richtet sich nach den jeweils aktuellen geltenden Vorgaben der
Rettungssanitäterausbildung des Rettungsdienstes. Die Ausbildung muss von einem
dafür zertifiziertem Lehrsanitäter durchgeführt werden (MPG).
Da bei vielen Rettungsmaßnahmen vor der Rettung des Patienten eine Stabilisierung
der Halswirbelsäule notwendig ist, muss hier auf die Zusammenarbeit mit dem
Rettungsdienst hingewiesen werden. Eine Stabilisierung der Halswirbelsäule ist nur
durch einen Rettungssanitäter möglich, da die Feuerwehr weder solche Schienen
besitzt, noch dafür ausgebildet ist (MPG).
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Jeder Sanitätseinsatzwagen (SEW) in Österreich hat eine Schaufeltrage in der Grundausstattung, und jeder Rettungssanitäter muss den Umgang damit beherrschen. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Rettung aus dem LKW mit
Schaufeltrage:
(Die Einsatzkräfte müssen die Technik beherrschen!)
Vor der eigentlichen Rettung erfolgt die
Versorgung des Verletzten durch den
Rettungs- und Notarztdienst.
Durchführung der Rettung:
und Feuerwehr müssen hier zusammenarbeiten). • Rundumsicherung • Die geschlossene Schaufeltrage als Board (Brett) verwenden und den Verletzten gestreckt unter Halswirbelstabilisierung durch den Rettungsdienst, darauf ziehen. Ein Ende der Trage dabei auf dem Sitz auflegen und sichern. • Oder die Schaufeltrage im geteilten Zustand unter den sitzenden Verletzten vom Rücken und von den Beinen her schieben. Die Trage schließen und den Verletzten mit einer Drehbewegung gestreckt auf die Liegefläche verbringen. • Es können auch individuell andere Techniken verwendet werden. Je nach Möglichkeit und Gegebenheit des Unfallfahrzeuges und der Situation. Es ist jedoch bei jeder Rettungsaktion auf eine absolut schonende (Wirbelsäule, Becken- und Beinverletzungen.) und umsichtige Vorgehensweise zu achten. Die Halswirbelsäule ist vorher durch den Rettungsdienst zu stabilisieren.
Richtiger Umgang mit dem Bergetuch:

Das Bergetuch dient zum Aufnehmen und Tragen einer Person oder als Unterlage
für eine liegende Person. In Ausnahmefällen kann es auch zum Wegschleifen von
Personen dienen.
Zum Tragen sind mindestens drei Personen notwendig. Das Bergetuch kann auch
zum Tragen einer sitzenden Person verwendet werden, in diesem Fall kann ein
Tragen durch zwei Personen erfolgen.
Die praktische Ausbildung auf dem Bergetuch und deren Anwendungsgebiete richtet
sich nach den jeweils aktuellen geltenden Vorgaben der Rettungssanitäterausbildung
des Rettungsdienstes. Die Ausbildung muss von einem dafür zertifizierten
Lehrsanitäter durchgeführt werden (MPG).
Die Anwendung des Bergetuches ist für den Atemschutztrupp sehr gut geeignet.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Richtiger Umgang mit der Korbtrage:
Die Korbtrage oder Bergekorb dient zum Transport von liegenden Personen,
durchaus auch mit höherem Körpergewicht (Achtung, Herstellerangabe beachten!)
aus Höhen und Tiefen oder aus Gebäuden, Baustellen und unwegsamen Gelände.
Diese Trage ist als einzige zum Transport auf einem Kranhaken frei schwebend
vorgesehen. Sie kann jedoch auch von mehreren Personen rundum an den vielen
Griffen getragen werden. Der Einsatz dieser Korbtrage ist sehr vielfältig.
Sie ist weiters auch zum Materialtransport im Gelände ideal einzusetzen. Die
Schaufeltrage passt samt Person in die Korbtrage hinein.
Auf den meisten Drehleitern gehört eine Korbtrage zur Standartausrüstung. Der
Rettungsdienst in Oberösterreich besitzt keine Korbtrage.
Der praktische Umgang muss von geschulten Feuerwehr-Ausbildnern durchgeführt
werden. Er richtet sich nach den jeweils aktuellen geltenden Vorgaben der
Herstellerfirmen.



Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Rautekgriff:

Der Rautekgriff ist ein Rettungsgriff für Notfälle, um eine Person aus einem Fahrzeug
zu heben. Bei Gefahr ist dieser Griff unverzüglich einzusetzen, da er eine rasche
Rettung ermöglicht. Hat man für die Rettung jedoch Zeit, ist zu prüfen, ob es nicht
eine schonendere Möglichkeit für eine Personenrettung gibt, da bei diesem Griff die
Arme und der Brustkorb hohen Belastungen ausgesetzt werden, z.B. mittels
Schaufeltrage oder anderen Griffen.
Die praktische Ausbildung ist die Wiederholung aus dem Erste Hilfe Grundkurs und
ist nach den jeweilig geltenden Erste Hilfe Regeln des Rettungsdienstes
durchzuführen.
Für den Atemschutztrupp ist eine Personenrettung mittels Rautek-Griff vom Boden
weg oftmals die einzige rasch durchzuführende und geeignete
Personentransportmöglichkeit. Die Anwendung ist für zwei Personen leicht
durchzuführen. Beim Rautekgriff vom Boden weg darf der Patient keine
Wirbelverletzung haben. Ist dies nicht auszuschließen und besteht nicht höchste
Lebensgefahr für die Person, muss eine Schaufeltrage verwendet werden.
Retten aus Gefahrenzonen:
Eine Personenrettung aus der Gefahrenzone richtet sich sehr wesentlich nach der
jeweiligen Gefahr. Ist es dem Rettungsdienst nicht möglich zur Person vorzudringen
(Gase…) ist die Rettung alleinige Aufgabe der Feuerwehr, vermutlich mit schwerem
Atemschutz. In allen anderen Fällen ist Teamwork gefragt. Rettungsdienst und
Feuerwehr müssen Hand in Hand arbeiten, um den Patienten so schonend und
rasch wie möglich oder notwendig zu retten. Die Gerätschaften und das praktische
Können der Einsatzkräfte ergänzen sich. Bei der Rettung aus Gefahrenzonen steht
in den meisten Fällen ein rasches Handeln im Vordergrund, um die Aufenthaltszeit in
der Gefahrenzone für den Patienten und die Helfer so kurz wie möglich zu halten.
Es sollen hier praktische Rettungen aus einem PKW und LKW geübt werden.
Anhand dieser praktischen Anwendung sollen besondere Vorgangsweisen,
Umstände und Realfälle besprochen werden.

Retten aus Höhen und Tiefen:
Ein mögliches Gerät zu so einer Rettung ist die Korbtrage und der Einsatz der
Drehleiter, weiters sind jedoch auch vielfältige andere Ausrüstungsgegenstände bei
den Feuerwehren des Bezirkes vorhanden. Rettungsdreieck, RollGlis, Dreibein mit
Winde, Ab- und Aufseilgeräte.
Hier soll über die Rettungsvorgänge und Möglichkeiten gesprochen werden. Es
sollen Überlegungen angestellt werden, wie ein solcher Einsatz bewältigt werden
kann. Durchzuführen sind solche Rettungsmaßnahmen nur von geschultem
Feuerwehrpersonal. Ein praktisches Kennenlernen der Methoden ist wünschenswert,
jedoch nicht immer möglich.
Im Feuerwehrbezirk hat die beste Ausrüstung für solche Einsätze meist der jeweilige
Drehleiterstützpunkt.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Im eigenen Einsatzbereich sollen Überlegungen angestellt werden, wie solche Rettungen durchgeführt werden, könnte z.B. ein Winterschulungsprogrammpunkt sein. Mögliche Einsatzszenarien – Rettung aus Baustellen hoch und tief, aus Fenstern von Wohnhäusern, aus Firmenarealen und Gebäuden, aus oder von Silos, von Hochspannungsmasten und Leitungen, Baukränen, Brücken, Kanalschächten, Höhlen, unwegsamen Gelände ………. Korbtrage mit Drehleiter + Betreuungsperson Krankentrage mit Drehleiter Petzl oder Haberkorn Rettungs/Abseildreieck Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Umgang und Schutz bei eingeklemmten Personen:
Eingeklemmte Personen sollen mit der notwendigen Schonung, aber auch nach der
notwendigen Dringlichkeit (Gefahren, Verletzungsgrad) gerettet werden. Mit dem
Rettungsdienst oder Notarztdienst ist abzuklären wie rasch die Rettung
durchzuführen ist. Ist der Patient im guten stabilen Zustand, kann eine Rettung exakt
und schonend durchgeführt werden, der Zeitaufwand ist zweitrangig. Ist der Patient
hingegen lebensbedrohend betroffen, ist die Rettungszeit im Vordergrund.
Vorheriges Abklären ist enorm wichtig, da bei vielen Patienten die schonende,
zeitaufwendigere Rettung möglich ist und diese auch sehr wichtig ist. Die rasche
lebensrettende, dringende Rettung ist meist die Ausnahme.
Der eingeklemmte Patient muss, soweit dies möglich ist, körperlich und auch
psychisch geschützt werden. Eine Person, meist ein Rettungssanitäter, soll beim
Eingeklemmten im Fahrzeug sein und diesen betreuen, ständig Informationen über
den Zustand des Patienten einholen und bei auftretenden Problemen reagieren. Der
Körperkontakt zum Patienten spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es muss die Angst,
meist ausgelöst durch Lärm, Geruch, Rauch, Kälte usw. minimiert werden.
Um den Patienten vor Blech-, Kunststoff- und Glassplitter zu schützen, muss eine
Splitterschutzdecke verwendet werden, welche die Sicht des Patienten behindert und
somit eine neuerliche psychische Belastung darstellt. Echte, dicke
Splitterschutzdecken schützen auch bis zu einem gewissen Grad vor sich
verbiegenden Blechteilen. Der Kopf des Patienten ist so weit als möglich von den
Schnitt- und Spreitzbereichen fern zuhalten – auch der Kopf der Einsatzkräfte!
Beim Aufenthalt im Fahrzeug und Arbeitsbereich der Rettungswerkzeuge besteht für
alle Rettungskräfte Schutzhelmpflicht. Die Rettungssanitäter haben seit der neuen
Fahrzeuggeneration (Jahr 2006) Schutzhelme in den Fahrzeugen).
Es kommt vor, dass dem Patienten ein Schutzhelm bei der Rettung aufgesetzt wird.
Im besonderen Fall ist dies durchaus eine gute Schutzmöglichkeit, es muss in
diesem Fall jedoch eine bestehende Halswirbelverletzung ausgeschlossen werden
können, da sonst eine zusätzliche Verletzung oder Gefährdung nicht ausgeschlossen
werden kann.

Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 2.5 Zusammenarbeit an der
(HAW Robert Radmayr)
Rettungsdienst – Notarzt – Praktischer Arzt – Feuerwehr (Unterstützung durch
Feuerwehr-Ersthelfer)
Jeder Beteiligte muss alles daran setzen, sein Wirken während des gesamten
Einsatzverlaufes so auszulegen, um die bestmögliche Effizienz in der Patienten- und
Verletztenversorgung sowie Betreuung derer zu ermöglichen. Unstimmigkeiten sind
nie an der Einsatzstelle abzuklären, Einsatz und Betroffene stehen im Vordergrund.
Ein kollegialer Umgang unter den Einsatzkräften ist der Garant für einen
reibungslosen erfolgreichen Einsatz.
Der Ersteintreffende, egal ob Arzt, Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr muss mit
der ihm möglichen Ersten Hilfe bei der Patienten- oder Verletztenversorgung
beginnen. Betrifft dies die Feuerwehr, werden in der Regel 1 – 2
Feuerwehrangehörige zur Patientenversorgung abgestellt. Vorzugsweise sind das
natürlich, wenn vorhanden Feuerwehr-Ersthelfer, da von diesen Personen eine sehr
gute Erste Hilfe Leistung zu erwarten ist. Die feuerwehrtechnische Hilfeleistung
beginnt parallel. Beim Eintreffen des Rettungsdienstes wird der Verletzte an das
Rettungspersonal übergeben und Unterstützung geleistet, wo dies möglich ist.
Bei Einsätzen mit Verletzten steht die Versorgung der Verletzten an absolut
erster Stelle.
Verletztenversorgung und feuerwehrtechnische Hilfeleistung läuft
parallel. Die Dringlichkeit der Rettung ist mit dem Rettungsdienst und Notarzt oder
praktischem Arzt vor Ort abzuklären. Bei eingeklemmten Verletzten, welche
notärztlich versorgt werden müssen, ist es meist notwendig die Rettungsmaßnahmen
in der Versorgungszeit zu unterbrechen. Oft ist es nur so möglich einen Kontakt zum
Patienten herzustellen und eine qualitative Notarztversorgung durchzuführen. Eine
Verletztenrettung ist nach einer Schmerzmittel- oder Beruhigungsmittelgabe durch
den Notarzt stressfreier und besser möglich. Zum Teil ist auch ein Überleben von
Schwerverletzten nur möglich, wenn die notärztliche Versorgung sofort beim
Eintreffen des Notarztes beginnt und nicht erst nach erfolgter Rettung.
Da jedoch jeder Unfall mit seinen Verletzten unterschiedlich zu bewerten ist, ist es
notwendig sein Vorgehen und Handeln der jeweiligen Situation anzupassen. Dies
muss auch unter den Einsatzkräften für jede Situation erneut abgeklärt werden.
Schnelles Handeln, wo es um Leben und Tod geht, ist sehr selten notwendig. Durch
Schreie der Verletzten, durch Umgebungseindrücke und durch verschmiertes Blut
werden oftmals Situationen überbewertet und als sehr dringend eingestuft. Dies führt
zu Stress und Hektik unter den Einsatzkräften, was nicht notwendig wäre. Eine
Entspannung in solchen Situationen kann nur eine aufmerksame und umsichtige
Verletztenbeobachtung bringen. Verletzte, die Antworten geben und mit uns reden
können, entspannen eine solche Situation, da sie selten lebensgefährlich verletzt
sind. Bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Unfällen, kommt es zu psychischen
Überbelastungen von betroffenen Personen, durch Verletzungen kommt es zu
Schmerzen. Somit sind Schreie, Weinen und unnatürliche Reaktionen – welche nicht
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV selten durch Alkohol und Drogen weiter verändert werden – sozusagen als normale
situationsnotwendige Reaktion einzustufen und sind nicht lebensbedrohend.
Euer Versorgungsmittel sollte hier folgendes sein – REDEN – BERUHIGEN –
DA SEIN.
Die vermutlich engste Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr ist
in der Phase, wo der Verletzte aus dem Unfallfahrzeug auf die Rolltrage des
Rettungsdienstes gehoben wird. Dies ist auch eine gefährliche Phase für den
Patienten. Die Lage des Patienten ist ständig zu prüfen und beachten, der Kopf ist
exakt zu halten, alle Kabel und Schläuche müssen gesichert werden, die
Schaufeltrage ist einzusetzen. Viele Hände müssen hier reibungslos und ruhig
zusammenarbeiten, eine Person muss das Kommando übernehmen (meist die am
Kopfende). Der Rettungsdienst und die Feuerwehr sind hier aufeinander angewiesen
und der Transport des Patienten zur Trage ist meist nur gemeinsam möglich.
Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit an der Einsatzstelle sind:

• Transport von schwergewichtigen Patienten über Stiegenhäuser • Unterstützung des Rettungsdienstes durch die Drehleiter oder Hubsteiger • Wohnungsöffnungen • Bereitstellung eines Rettungswagens und teilweise eines Notarztes bei größeren Feuerwehreinsätzen (Ambulanzdienst) • ………….
Gefahren durch medizinische Kabel – Schläuche und Geräte am Patienten:
Die Gefahr geht hier nur für den Patienten und das Gerät an sich aus.
Es muss darauf geachtet werden, dass es durch den Feuerwehreinsatz mit
schwerem Gerät (Rettungsgeräte, Seilwinden, Ketten…) nicht zum Durchtrennen
oder Abreißen von Kabeln und Schläuchen kommt, welche der Notarzt vorher
mühevoll am Patienten angebracht hat. Im schlimmsten Fall könnte dies für den
betroffenen Patienten lebensbedrohend werden.
Beatmungsschläuche und Infusionsschläuche müssen so gehalten und gesichert
werden, dass ein Herausziehen nicht möglich ist. Ein gefährlicher Zeitpunkt ist hier
das Transportieren des Patienten vom Unfallauto auf die Rolltrage des
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Rettungsdienstes. Schläuche dürfen nicht unter Zug gehalten werden, es ist
umsichtig und langsam vorzugehen.
Ein weiterer gefährlicher Augenblick ist ein - wenn notwendig – Vorbeigehen oder
Übersteigen des Patienten mit schweren Sicherheitsstiefel. Dies sollte weitgehend
vermieden werden, ist aber nicht immer möglich.
Wenn eine Infusion zu halten ist, muss wiederum auf die Zugfreiheit der
Infusionsleitung geachtet werden und dies auch ständig überwacht werden. Eine
Nebentätigkeit ist beim Halten von medizinischen Geräten und Infusionen nicht
möglich und wäre für den Patienten zu gefährlich.
Ein durchtrenntes EKG-Kabel, welches leicht durchzuschneiden wäre, kostet bis zu
600 €. Wenn es trotzdem einmal passiert, muss dies natürlich nicht die Feuerwehr
bezahlen.

Rettungswagen besichtigen:
Jeder Feuerwehr-Ersthelfer muss in seiner Ausbildung einen Rettungswagen mit
seiner grundsätzlichen Ausstattung gesehen haben. Vor allem ist auf
Ausrüstungsteile einzugehen, welche in der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr
häufig eingesetzt werden. Das Anwenden der Geräte ist nicht vorgesehen. Es ist auf
die Unterstützungsmöglichkeiten hinzuweisen, und diese Tätigkeiten sind auch
herzuzeigen.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Betreuung von Personen:

Eine wichtige Aufgabe für einen Feuerwehr-Ersthelfer stellt die psychische
Betreuung und die Unterstützung von leichtverletzten Personen oder von
unverletzten, aber betroffenen Personen dar. Es geht in diesem Fall um das
Beruhigen, Reden, Ablenken, einfach dabei sein. Die Betroffenen sollen in ihrer
misslichen Lage nicht alleine gelassen werden, sie brauchen aber auch keinen
Psychologen. Stellt euch das so vor, euch selbst brennt gerade das Haus ab und ein
Freund ist bei euch und unterstützt euch – bis hin zum Sitzgelegenheit schaffen, zu
trinken geben und vieles mehr.
Ist so ein Freund der Betroffenen an der Einsatzstelle, wird dieser genau das alles
naturgemäß übernehmen. Gibt es diesen jedoch nicht, soll einer von uns diese
„Freundestätigkeit" oder wie ihr es auch immer nennen wollt, so gut er kann
übernehmen. Es wird euch vermutlich meist das Rote Kreuz bei dieser Tätigkeit
unterstützen oder diese sogar abnehmen. Immer und zu jederzeit ist dies jedoch
nicht möglich. Zu Betreuende fallen jedoch jederzeit und überall an.
Euer eigener Kollege im Einsatz, kann auch die Person sein, welche jetzt eure
Unterstützung braucht. Verlasst euch auf euer Gefühl und traut euch auf Personen
zuzugehen. Jeder von euch war vermutlich schon einmal ein Freund in
irgendwelchen Situationen.
Psychische Erste Hilfe
(LFARZT Dr. Lothar Leitner)
Einleitung:
Ein Unfallopfer (Primäropfer) und deren Angehörige (Sekundäropfer) befinden sich in
einer schweren psychischen Belastungssituation.
Bei einem Verletzten ist also nicht nur auf das physische Wohlergehen zu achten,
sondern auch auf das psychische. Auch die Psyche benötigt in solchen dramatischen
Situationen eine Erste Hilfe!
Die am Unfall nicht beteiligten Angehörigen eines Unfallopfers sind zwar physisch
nicht verletzt, befinden sich aber, wie oben angeführt, in einer psychischen
Belastungssituation, deren Intensität von der Schwere der Verletzung des
Angehörigen abhängt. Auch sie benötigen psychische Erste Hilfe, besonders beim
Tod des Angehörigen.
Stellt man sich ein Unfallszenario realistisch vor, so wird es nicht selten zutreffen,
dass man anfangs, bis zum Eintreffen der Hilfsorganisationen bzw. bis zur
Herstellung der Einsatzbereitschaft der Rettungsgeräte als Ersthelfer dem Chaos
und insbesondere dem Verunglückten alleine gegenübersteht mit äußerst
begrenzten Möglichkeiten zur manuellen bzw. technischen Hilfeleistung. Es „droht"
beim Helfer selbst das Gefühl der Hilflosigkeit, da er glaubt, ohne technische Geräte
hilflos zu sein, keine Hilfe leisten zu können. In dieser Situation kommt die
Psychische Erste Hilfe zum Tragen. Sie hilft dem Betroffenen weil er spürt, dass
„jemand" da ist und dem Helfer, weil er in dieser meist chaotischen Anfangssituation
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV ein effektives Mittel zur Hilfeleistung zur Hand hat und somit dem aufkommenden Gefühl der Hilflosigkeit nicht mehr hilflos ausgeliefert ist. Auf den ersten Blick könnten viele Regeln trivial wirken. Oder man könnte sogar denken, „so verhält sich doch jeder". Dass dies nicht so ist, zeigt eine Untersuchung von Prof. Lasogga von der Universität Dortmund. Die Notwendigkeit praktischer Übungen in Medizinischer Erster Hilfe (Umgang mit Bewusstlosen, Atem/Kreislaufstillstand, etc.) ist allgemein anerkannt und wird auch praktiziert. Wie sieht es aber mit praktischen Übungen in Psychischer Erster Hilfe aus? Nach Prof. Lasogga ist die Intuition in derartigen psychischen Belastungssituationen nur ein sehr begrenzter Ratgeber. Eine Regel zu kennen bedeutet noch nicht, dass man sich in der entsprechenden Situation auch „regelgerecht" verhält! Es besteht ein Unterschied zwischen der kognitiven (gedanklichen) Erfassung von Verhaltensweisen und dem Umsetzen in der konkreten Situation. Der psychologische Umgang mit Unfallopfern und deren Angehörigen sollte daher ebenfalls trainiert werden! Regeln zur Psychischen Ersten Hilfe
für professionelle Helfer:
(LFARZT Dr. Lothar Leitner)
Da davon ausgegangen werden kann, dass Personen, die sich kontinuierlich mit der Ersten Hilfe befassen, mehr Regeln merken und in der konkreten Situation umsetzen können sowie differenzierter vorgehen können, wurde für professionelle Helfer ein umfangreicheres Regelset erstellt (Prof. Lasogga). 1. Verschaffen Sie sich einen Überblick!
Beginnen Sie nicht sofort nach der Ankunft am Unfallort mit den Maßnahmen. Verschaffen Sie sich zunächst kurz einen Überblick und überlegen Sie, in
welcher Reihenfolge Sie die einzelnen Maßnahmen durchführen wollen.
Nehmen Sie sich dafür ca. 30 sec. Zeit!
2. Sagen Sie, wer Sie sind und dass etwas geschieht!
Da viele unterschiedliche Personen am Unfallort agieren, sind für einen Verletzten klare und eindeutige Aussagen zur Rolle der agierenden Personen wichtig. Stellen Sie sich deshalb mit Ihrem Namen und mit Ihrer Funktion vor! (Ruhige Stimme!) Mögliche Formulierungen: „Grüß Gott, mein Name ist . Ich bin von der Feuerwehr. Wir werden Ihnen helfen. Wo haben Sie Schmerzen oder Beschwerden?" Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 3. Halten Sie vorsichtigen Körperkontakt aufrecht!
Leichter Körperkontakt wird von Betroffenen (Verletzten, Sterbenden, Angehörigen) als angenehm und beruhigend empfunden. Außerdem dokumentieren Sie so auch auf eine nicht-sprachliche Weise Kontakt. Halten Sie die Hand, oder legen Sie Ihre Hand auf die Schulter des Betroffenen. Berührungen am Kopf und anderen Körperteilen sind hingegen nicht zu empfehlen. Versorgen Sie einen Verletzten/Sterbenden nicht von hinten. Begeben Sie sich auf die Höhe des Verletzten/Sterbenden, z.B. knien Sie sich hin. 4. Kompetenz im fachlichen Bereich beruhigt!
Vollziehen Sie die Rettungs-oder medizinischen Maßnahmen zügig und flüssig, ohne Hektik. Vermitteln Sie auch verbal (mit ruhiger Stimme!), dass Sie die Situation überblicken. Demonstrieren Sie, dass Sie Kenntnis davon haben, welche Effekte die Rettungsmaßnahmen bzw. die medizinischen Verrichtungen erzeugen („dass Sie sich auskennen"; dies vermittelt dem Betroffenen Sicherheit und beruhigt) Mögliche Formulierungen: „Wir werden mit dieser Schere jetzt hier durchschneiden, dann können wir das Dach wegheben und Sie herausholen" Wir werden Ihr Bein jetzt schienen, dann werden die Schmerzen nachlassen". Keine pauschalen Äußerungen wie „Das kriegen wir schon hin!"

5. Geben Sie Informationen über die eingeleiteten Maßnahmen!

Die Ängste von Betroffenen werden geringer, wenn sie über Maßnahmen informiert werden. Auch werden dadurch überzogene körperliche Abwehr- oder Panikreaktionen bei der Durchführung der Rettungsaktion oder medizinischer Maßnahmen vermindert. Betroffene schätzen auch ungefähre Zeitangaben, weil sie dann wissen, wie lange sie eine unangenehme Maßnahme auszuhalten haben. Mögliche Formulierungen (mit ruhiger Stimme!): „In 5 Minuten haben wir das Dach abmontiert, dann können wir Sie herausholen". „Der Arzt gibt Ihnen jetzt eine Spritze, dann werden die Schmerzen in 1-2 Minuten nachlassen". „Ihre Angehörigen wurden verständigt, sie werden in 20 Minuten da sein". 6. Hören Sie „aktiv" zu, wen der Betroffene spricht!
Viele Betroffene (Verletzte, Sterbende, Angehörige) haben in einer derartigen Situation Angst und machen sich Sorgen. Es erleichtert, über die Gefühle, die Gedanken und die Situation zu sprechen. Wichtig ist dabei, dass jemand aufmerksam zuhört und sich bemüht, die Gedanken und Gefühle zu verstehen. Mögliche Formulierungen: „Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen." Ich verstehe, dass Sie das noch gar nicht begreifen können." Ja, ich kann mir vorstellen, dass Sie hier große Schmerzen haben" Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 7. Halten Sie das Gespräch mit dem Betroffenen aufrecht! Reden Sie von sich
aus (mit ruhiger Stimme!), auch wenn der Betroffene nicht spricht!
Wenn sich „Lücken" im Gespräch ergeben, halten Sie den Kontakt von sich aus aufrecht. Sprechen Sie zu dem Betroffenen, auch wenn dieser selbst nicht reden kann oder will. Dies gilt auch für Bewusstlose; sie nehmen in vielen Fällen wahr, was gesagt wird. 8. Schirmen Sie den Verletzten vor Zusehern und den Medien ab!
Neugierige Blicke sind für den Betroffenen (Verletzten, Sterbenden, Angehörigen) unangenehm. Weisen Sie Schaulustige freundlich aber bestimmt zurück! Oder übertragen Sie Zuschauern die Aufgabe, die anderen dazu zu bewegen, zurückzutreten! Sprechen Sie dabei am besten zwei von ihnen direkt und persönlich an! Mögliche Formulierungen: „Bitte treten Sie 10 Meter zurück!" „Bitte treten Sie hinter die Absperrung zurück!" „Sie beide hier - ja Sie im blauen Pullover und Sie daneben - Sie könnten mir sehr helfen, wenn Sie die anderen Zuschauer hinter die Absperrung zurückbringen könnten!" 9. Erklären Sie dem Betroffenen, wenn Sie ihn verlassen müssen, und sorgen
Sie für psychischen „Ersatz"!
Es erzeugt im Betroffenen Angst, wenn er plötzlich allein gelassen wird. Wenn Sie ihn trotzdem aus wichtigen Gründen verlassen müssen, so sorgen Sie dafür, dass sich andere Personen um ihn kümmern. 10.Beachten Sie die Angehörigen!
Wenn möglich, binden Sie die Angehörigen in die Betreuung des Betroffenen mit ein. Geben Sie einfache und spezifische Aufgaben. Wenn Sie Angehörige bitten müssen, an einem anderen Ort zu warten, sagen Sie ihnen: „Wir holen sie wieder!" oder „Wir geben Ihnen Bescheid, sobald es geht!" Spezielle Gruppen:

Für spezielle Gruppen sind darüber hinaus weitere Verhaltensweisen zu empfehlen. Sie sind im Folgenden dargestellt. Kinder und Jugendliche:
Kinder benötigen sehr viel Zuwendung. Körperkontakt ist besonders wichtig. Lenken Sie Kinder ab, z.B. durch Aufmerksam-Machen auf bestimmte technische Abläufe oder ein Kuscheltier. Ziehen Sie die Eltern hinzu. Auch bei Jugendlichen wirkt Körperkontakt beruhigend, allerdings sollte dabei vorsichtiger vorgegangen werden. Alte Menschen:
Haben Sie Geduld. Sprechen Sie langsam und deutlich. Duzen Sie alte
Menschen nicht!
Körperkontakt ist besonders wichtig.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Sterbende:
Nehmen Sie sich auch in der größten Hektik für diesen Menschen Zeit. Wenn Sterbende religiös gebunden sind, sprechen Sie ein kurzes Gebet. Ausländer:
Reden Sie auch zu Ausländern! Achten Sie dabei besonders auf Ihren Tonfall und die Gestik! Selbst wenn diese den Wortlaut nicht verstehen, sollte dieser einen unterstützenden und helfenden Grundtenor vermitteln. Achten Sie sensibel auf Reaktionen beim Körperkontakt, und reagieren Sie entsprechend, indem Sie die Intensität verstärken oder abschwächen! Integrieren Sie die Angehörigen! Aggressive, unkooperative Personen:
Wenn Verletzte oder Angehörige aggressiv reagieren, sollten Sie versuchen, dies so weit es geht auszuhalten. Die Aggressivität jener Personen gilt in den meisten Fällen nicht Ihnen persönlich, sondern dem gesamten Geschehen (es handelt sich um eine Stressreaktion beim Betroffenen). Sagen sie sich: „Ich bin nicht gemeint!" Lassen Sie sich nicht zu Gegenaggressionen provozieren! Wenn Umstehende, Schaulustige aggressiv sind, kann relativ hart reagiert werden, falls man sich nicht selbst dabei gefährdet. Das Renommee des Rettungspersonals kann dabei deutlich eingesetzt werden („Wenn Sie selbst da lägen, wären Sie froh, wenn einer von uns käme!") Setzen Sie bei „unappetitlichen Opfern" (z.B. verwahrlosten Drogensüchtigen,
Betrunkenen, Obdachlosen, Randalierern, etc.) deutlich klare Grenzen.
Sagen Sie ihm beispielsweise freundlich aber bestimmt, dass Sie nicht
angefaßt werden wollen. Konzentrieren Sie sich auf den technischen Vollzug
der Rettungsaktion.


Todsünden beim Umgang mit Unfallopfern:

Kein Helfer kann immer alles richtig machen. Einige Reaktionen sollten aber auf jeden Fall in dieser Situation vermieden werden („Todsünden"). Vorwürfe:
Obwohl es nachfühlbar ist, dass sich einem Helfer angesichts von Leid und Chaos bei Unfallsituationen die Schuldfrage aufdrängt, sind Vorwürfe unangebracht. Sie entlasten möglicherweise den Helfer, dem Betroffenen schaden sie. (Beispiele: „Warum müssen sie auch so rasen?" „Sie riechen ja nach Alkohol!") Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Furchterregende Diagnosen:
Notfallpatienten suchen nach Orientierung. Jedes Indiz eines Experten, das ihnen Klärung verspricht, wird begierig aufgenommen. Unverständliche Fachausdrücke werden meist negativ interpretiert. Deshalb sollte z.B. ein Informationsaustausch über den Zustand des Patienten, über die kritische Lage, über mögliche Probleme bei der Rettungsaktion nicht im Beisein des Verunglückten stattfinden. Der Betroffene selbst sollte über seinen Zustand in verständlicher Sprache informiert werden, oder es sollte auf verbale Äußerungen im Beisein des Unfallopfers ganz verzichtet werden. Keine Negativ-Formulierungen! Mögliche Formulierungen: „Das Bein ist gebrochen, Sie sollten es jetzt nicht bewegen!" „Im Krankenhaus wird das genau analysiert!" Negativ-Formulierungen: „Da ist nicht mehr viel zu machen!" Es ist verständlich, dass sich bei einigen Helfern nach vielen Berufsjahren eine gewisse Routine einspielt. Dies sollte jedoch nicht dazu führen, dass ein Verhalten gezeigt wird, welches ein Verletzter als „Abgestumpftheit" interpretieren könnte. Für die meisten Unfallopfer ist das erlebte Geschehen einmalig; sie empfinden es z.B. als unangenehm, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen oder ihre Verletzungen bagatellisiert werden. Negativbeispiel: „Wegen diesen paar Kratzern macht er so ein Theater!" Literatur: Prof. Dr. Frank Lasogga, Skriptum Psychologische Aspekte der Hilfeleistung (ASB-Fachtagung 05.Juli 1996) Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Cortisoninhalation im Feuerwehrdienst
(LFARZT Dr. Lothar Leitner)


Was tun wenn Rauch, (Reiz
-)Gase, Dämpfe, die bei einem Gefahrgutunfall oder
Brand entstanden sind, eingeatmet wurden?
Am häufigsten führen Ammoniak, Salzsäuredämpfe, Chlorwasserstoff, Formaldehyd,
SO2, Chlorgas, Isocyanate, Stickstoffoxyd, Ozon, Phosgen, Nitrosegase zu
Verletzungen im Bereich der Atemwege.
Das Ausmaß der schädigenden Wirkung auf den Respirationstrakt (Atemwege,
Lungengewebe) ist abhängig von der Dosis bzw. Konzentration, von der
Expositionsdauer und der chemischen Grundstruktur mit der damit verbundenen
Löslichkeit einer inhalativen Noxe (Wasser/Fettlöslichkeit).
Das klinische Bild einer Reizgasinhalation/Intoxikation reicht , dem Angriffspunkt an
Bronchien und Lungenbläschen entsprechend, von einer manchmal über mehrere
Stunden beschwerdefreien oder nur von völlig uncharakteristischen Symptomen
(Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schwächegefühl) begleitenden Anfangsphase,
über Symptome einer manifesten Reizgasvergiftung im Sinne eines Husten -
Bronchitis Syndroms
bis hin zum lebensbedrohlichen toxischen Lungenödem
(„Wasser in den Lungenbläschen").
An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass sich dieser Artikel ausschließlich auf
reizende, ätzende und nicht auf erstickende Reizgase (CO, CO2 etc.) bezieht. (Die
Erstversorgung von durch erstickende Reizgase verunfallten Personen verläuft etwas
anders. So steht hier die Gabe von Sauerstoff nach der Bergung an erster Stelle der
Hilfsmaßnahmen).
Bei einem Inhalationstrauma (Verletzung der Atemwege) mit Reizgasen
unverzüglich Cortison inhalieren! Bereits bei Verdacht auf Einwirkung von
Reizgasen auf die Atemwege soll mit der Anwendung begonnen werden!
Warum?
Zumindest am Beginn eines Brandes oder Gefahrguteinsatzes sind die
möglicherweise inhalierten schädigenden Stoffe unbekannt. Bis zum Bekanntwerden
der Stoffart und der damit verbundenen Gefahren und Beginn der medizin.
Behandlung kann unter Umständen wertvolle Zeit bezüglich Bekämpfung von
Schäden an Bronchien und Lunge verloren gehen.
Wasserlösliche Stoffe (z.B. Formaldehyd, Ammoniak, Salzsäuredämpfe,
Chlorwasserstoff etc.) schlagen sich bereits im Flüssigkeitsfilm der oberen
Atemwege (Nase; Luftröhre; große Bronchien) nieder und verursachen in der Regel
sofort Beschwerden (Niesen, Husten, Brennen hinter dem Brustbein, evtl.
Stimmritzenkrampf, Asthmaanfall). Cortison wirkt hier unter anderem
entzündungshemmend.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Besonders gefährlich sind Stoffe, die sich wegen ihrer Fettlöslichkeit kaum in der
Luftröhre oder Bronchien niederschlagen und fast zur Gänze bis in die
Lungenbläschen (Alveolen) gelangen. Hier schädigen sie die Wand der
Lungenbläschen, was dann zum sogenannten und unter Umständen
lebensbedrohlichen Lungenödem führt (Austritt von Flüssigkeit aus den ebenfalls
geschädigten Blutgefäßen in die Lungenbläschen-"Wasser in der Lunge" - schwere
Atemnot!).
Das Trügerische dabei ist , dass dieses Lungenödem erst viele Stunden nach
Inhalation des Reizgases (meist zwischen 4-12 Stunden, im Extremfall bis 72
Stunden ) auftreten kann (LATENZZEIT, STOFFE VOM LATENZTYP), obwohl man
beim Einatmen der gefährlichen Substanz fast beschwerdefrei war oder nur
kurzfristig untypische Symptome bestanden. (Beispiele: Nitrose Gase
(Kunstdüngerbrand!), Phosgen etc.)
Rechtzeitig in hoher Dosis eingesetztes Cortison wirkt dem
Entstehungsmechanismus des toxischen Lungenödems entgegen.
Wie eigene Erfahrungen sowie Fallberichte von Reizgasinhalationen zeigen, ist
dringend vor einer Bagatellisierung klinisch anfangs unbedeutend oder leicht
erscheinender Intoxikationen zu warnen!
Unter Umständen irreversible Gewebeveränderungen in den Atemwegen,
insbesondere im Lungengewebe, sind bereits etwa 30 Minuten nach einer
Reizgasinhalation nachweisbar, die spezifischen Cortisonwirkungen, die diesen
Vorgang unterdrücken können, setzen frühestens nach 30 Minuten ein. Daher sofort,
auch bei bloßem Verdacht und auch bei nur geringen Beschwerden (oder
Beschwerdefreiheit), mit der Cortisoninhalation beginnen!
(Gemäß der derzeit gültige Richtlinie des ÖBFV über die Cortisoninhalation im
Feuerwehrdienst (ÖBFV-RL S-03/96).
An weiteren Maßnahmen bei der Erstversorgung einer Reizgasinhalation sind zu
nennen: Sauerstoffgabe (O2-Insufflation) über Maske oder Nasenbrille (4-6
Liter/min
), Hochlagerung des Oberkörpers. Bei komatösen Personen stabile
Seitenlagerung
. Überwachung von Atmung, Kreislauf, Bewusstseinslage bis zur
Übergabe an einen Arzt oder Rettungsdienst.
Bei begründetem Verdacht auf eine Reizgasinhalation bzw. nach jeder
Anwendung von Cortison wegen Verdacht auf Reizgasinhalation,
auch bei
Fehlen klinischer Symptome (=Beschwerden), ist ein Arzt aufzusuchen.

Zusammenfassend befürworte ich als Lungenfacharzt, der öfters mit Rauchgas
bzw. Reizgasunfällen konfrontiert ist, eine hochdosierte inhalative Cortisontherapie
bei Unfällen mit Reizgasen bei Feuerwehrmitgliedern. Durch eine optimale
Erstversorgung von Reizgas-inhalationen können schwerwiegende, unter
Umständen bleibende Schäden an Luftröhre, Bronchien und Lunge verhindert
werden.
Die kurzfristige Anwendung von inhalierbarem Cortison im Notfall führt (auch bei
hohen Dosen!) meines Erachtens zu keiner Gefährdung der behandelten Person!
(auch nicht bei Kindern!).
Der mögliche Nutzen einer Cortisonanwendung nach Reizgasinhalationen überwiegt
bei weitem eine (in der Realität praktisch nie zu beobachtende) mögliche
Nebenwirkung.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV
Die Versorgung der Freiwilligen Feuerwehren mit Cortison zum Inhalieren (z.B.
Pulmicort Turbohaler) dient in erster Linie der Erstversorgung von
Feuerwehrkameraden
, die im Einsatz eine Rauchgas/Reizgasvergiftung erlitten
haben bzw. bei denen ein entsprechender Verdacht besteht. Ich bezeichne dies als
„Eigenbetreuung".
Bei verunglückten Fremdpersonen ist Cortison im Sinne einer Ersten Hilfe
Maßnahme nur dann anzuwenden, wenn keine Rettungsorganisation/Arzt vor Ort ist.
Ich bezeichne dies als „Fremdbetreuung".
Mir ist die Regelung des neuen Sanitätergesetzes auf Grund von Anfragen aus
anderen Bezirken bereits bekannt. Ebenso die Tatsache, dass es bezüglich
sofortiger Cortisoninhalation nach Rauch/Reizgasvergiftungen vor Ort auch andere
fachliche Meinungen gibt.
Ich schlage folgende Vorgangsweise vor:
Als Lungenfacharzt vertrete ich die Meinung, dass die Cortisongabe bei
verunglückten Feuerwehrkameraden (Rauchgas/Reizgasvergiftung) durch
Feuerwehrkameraden als Erste Hilfemaßnahme weiterhin durchgeführt werden kann
und auch soll.
Bei Fremdpersonen nur dann wenn, wie oben angeführt, keine Rettungsorganisation
oder Arzt am Unglücksort ist. Ist dies der Fall, so befürworte ich auf Grund meiner
Erfahrungen als Lungenfacharzt unter Abwägung von Nutzen/Risiko einer
Cortisoninhalation die Cortisongabe auch an Fremdpersonen durch
Feuerwehreinsatzkräfte bis zum Eintreffen eines Arztes oder der gerufenen
Rettungsorganisation. Diese hat dann die weitere Betreuung der verunglückten
Fremdperson zu übernehmen.
Ich weise nochmals darauf hin, dass der bei den Feuerwehren vorrätige
„Cortisonspray" primär und ausschließlich für die Behandlung verunfallter
Feuerwehrkameraden gedacht ist und nur in besonderen Situationen auch für
die Behandlung verunfallter Fremdpersonen.

Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV 2.7Grundzüge der Hygiene
(LFARZT Dr. Lothar Leitner) Infektion
Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Unter einer Infektion versteht man das aktive oder passive Eindringen, Anhaften und
Vermehren von Krankheitserregern (Mikroorganismen) in einen Wirt (Makro-
Organismus).
Tritt durch die Vermehrung eine Schädigung des Wirtes mit entsprechenden Symptomen ein, entsteht aus der Infektion eine Infektionskrankheit. Der Wirt kann sich aber unter Umständen durchaus auch gegen die eingedrungenen Krankheitserreger wehren, ohne krank zu werden. Dann spricht man von einer inapparenten Infektion oder auch stillen Feiung. Solche inapparenten Infektionen können dennoch durchaus eine Immunität gegen weitere Infektionen mit dem gleichen Erreger hinterlassen. Am häufigsten sind Virusinfektionen und bakterielle Infektionen. Pathophysiologie (wie entsteht eine Infektion)
Infektionen entstehen, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten in den Körper eindringen, anhaften, sich in ihm vermehren und eine Reaktion der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) auslösen. Ob es zu einer Vermehrung der Keime kommt und wie heftig die Infektion verläuft, hängt vom Verhältnis zwischen dem Keim ("Gast") und dem Immunsystem des Menschen (Wirt) ab. Bei den meisten Erregern ist für eine Infektion eine bestimmte Anzahl notwendig (Minimale Infektionsdosis), die in den Körper gelangen muss. Einteilung nach dem Infektionsweg
TröpfcheninfektionKontakt- oder SchmierinfektionInfektion über Austausch von KörperflüssigkeitenInfektion über Blut saugende Insekten Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Unterscheidung nach Eintrittspforte der Erreger:
enterale Infektion eine Erregerübertragung, bei der die Krankheitserreger über den Darm als
Eintrittspforte in den Organismus eingedrungen sind.
parenterale Infektion
eine Erregerübertragung, bei der die Krankheitserreger nicht über den Darm
in den Organismus eingefallen sind.
Hier werden folgende Infektionsarten unterschieden z.B.:
perkutane Infektion: Die Erreger gelangen über die Haut in den • permuköse Infektion: Die Erreger gelangen über die Schleimhäute in • Inhalationsinfektion: Die Erreger gelangen über die Atemwege in den Prävention (Vorbeugung) und Therapie
Hygiene und Impfungen haben maßgeblich zur Verringerung von
Infektionskrankheiten beigetragen. Im medizinischen Bereich sind routinemäßige
Desinfektionen der Hände und Verwendung von sterilem Material nötig.
Auf der anderen Seite beachtet man heute die Widerstandsfahigkeit des Organismus und seines Immunsystems stärker. Sie lässt sich durch gesunde Ernährung, Abhärtung und körperliche und seelische Ausgeglichenheit steigern. Nötigenfalls werden Infektionen mit Medikamenten (z.B.Antibiotika) bekämpft. Auch Hausmittel und Pflanzenheilkunde haben ihre Berechtigung. Viele Heilpflanzen wirken antibakteriell, teilweise auch antiviral und antimykotisch (z. B. Rettich und Kapuzinerkresse). Bei Virusinfektionen ist Vitamin C hilfreich, ferner Zink. Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Die Impfung ist eine vorbeugende (präventive) Maßnahme gegen
Infektionskrankheiten und wird auch Schutzimpfung, Vakzination, oder
Immunisierung genannt.
Hierbei wird ein Impfstoff in den Körper eingebracht, um einen Impfschutz zu erreichen. Je nach Impfstoff und Immunisierungsart (passive oder aktive Immunisierung, siehe unten) werden unterschiedliche Applikationsformen angewandt: Die meisten Impfungen erfolgen intradermal ("in die Haut"), subkutan ("unter die Haut") oder intramuskulär ("in den Muskel") mit einer Spritze. Für einige Immunisierungen wird der Impfstoff oral (in den Mund, "Schluckimpfung") oder nasal (in die Nase) verabreicht. Eine Impfung kann entweder mit vorgebildeten Antikörpern (passive Impfung) oder mit abgeschwächten lebenden oder toten Erregern oder Bruchstücken von Erregern (aktive Impfung) erfolgen. Geimpft werden kann vor allem gegen Viren, aber auch gegen manche Arten von Bakterien. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Wirkungsweise und Wirksamkeit
Aktive Immunisierung
Die aktive Impfung ist die häufigere Form der Impfung. Bei einer aktiven Impfung
werden Lebendimpfstoffe oder Totimpfstoffe eingesetzt. Der Lebendimpfstoff enthält
abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, welche aber die Krankheit nicht
auslösen können. Bei einem Totimpfstoff wurden diese Erreger dagegen abgetötet
oder enthält nur noch Bruchstücke des Erregers (Antigene). Sie können in einen
Muskel vornehmlich des Oberarms oder bei Säuglingen des Oberschenkels oder
unter die Haut injiziert, geschluckt oder in die Nase gesprüht werden.
Bei der aktiven Impfung wird das Immunsystem zur Bildung einer Immunkompetenz (Antikörper, Gedächtniszellen) angeregt, ohne dadurch die Erkrankung selbst auszulösen. Durch die Gedächtniszellen, die weiterhin im Blut und den Lymphbahnen zirkulieren, bleibt der Impfschutz lange erhalten. Falls der Körper erneut mit dem Erreger in Kontakt kommt, hat er durch die Gedächtniszellen eine sehr viel effizientere und schnellere Immunantwort zur Verfügung, die die Erreger bekämpft, bevor es zu einer Erkrankung kommt. Passive Immunisierung
Bei der passiven Impfung wird der Antikörper direkt gespritzt. Das hat den Vorteil, dass der Organismus nicht erst selbst Antikörper ausbilden muss, was bis zu einer Woche dauern kann, sondern die gespritzen Antikörper die Erreger sofort erkennen und markieren, so dass das Immunsystem des Patienten anschließend auf die Signale der Antikörper reagieren und die Erreger unschädlich machen kann. In der Regel hält eine solche passive Impfung nur wenige Wochen bis Monate an, dann sind die "geliehenen" Antikörper ausgeschieden oder abgebaut und der Organismus ist durch eine neuerliche Infektion durch denselben Erreger wieder gefährdet, da das Immunsystem durch diese Form der schnellen - und notwendigen - Behandlung nicht stimuliert wurde, ein eigenes Immungedächtnis auszubilden. Die passive Impfung ist daher nur eine Notfallmaßnahme, falls schon ein Kontakt mit dem fraglichen Erreger stattgefunden hat (Postexpositionsprophylaxe). Beispielhaft hierfür ist ein Verdacht auf eine Infektion mit Wundstarrkrampf (Tetanus). Wenn ein Patient mit unklarem Impfstatus eine verunreinigte Wunde aufweist, wird er neben der aktiven eine passive Impfung erhalten, um eine Infektion auszuschließen. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV (LFARZT Dr. Lothar Leitner) Das Wort Hygiene kommt aus dem Griechischen Es leitet sich von der
griechischen Göttin der Gesundheit, Hygéia, ab.
Die Hygiene ist die Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der
Erhaltung und Festigung der Gesundheit bzw. in der Alltagssprache auch ein
konkreter Zustand, ähnlich gemeint wie Sauberkeit.
Im engeren Sinn werden unter Hygiene die Maßnahmen zur Vorbeugung
von Infektionskrankheiten bezeichnet, insbesondere auch die Reinigung
und Desinfektion.

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Sauberkeit und Desinfektion in der Medizin nicht als notwendig angesehen. Ignaz Semmelweis gelang in den 1840er Jahren erstmals der Nachweis, dass Desinfektion die Übertragung von Krankheiten eindämmen kann. Die einfachste Hygienemaßnahme sind das Waschen der Hände mit Seife und die Mundhygiene. Weitere hygienische Maßnahmen • Steriles Arbeiten Schutzhandschuhe • Desinfektion Das ausgiebige Waschen der Hände mit hautfreundlicher Seife, danach die Hände an einem sauberen Handtuch abtrocknen Das Einreiben der Hände mit speziellen Desinfektionsmitteln, mindestens eine halbe Minute lang (Händedesinfektion) Reinigung von medizinischen Instrumenten mit Desinfektionsmitteln Spülen von Geschirr und Besteck in der Küche mit Spülmittel Waschen der Kleidung mit heißem Wasser und Waschpulver, gegebenenfalls auch mit "Fleckenteufel" Reinigung des Fußbodens mit speziellen Reinigungsmitteln, zum Beispiel Fliesenreiniger oder Parkettreiniger ƒ Dekontamination Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Die entsprechende Hygiene trägt dazu bei, Ausbreitung von Schmutz im weitesten Sinne zu verhindern. Denn nur wer nach dem Dienst am Nächsten die Bekleidung wechselt, kann sicher sein, dass er nicht Schadstoffe aus Brandrauch, Betriebsmitteln und anderen Quellen zur Familie mit nach Hause nimmt! Hygiene bedeutet auch Selbstschutz! Einsatzhygiene betrifft jeden Einzelnen. Die persönliche Sorgfalt ist notwendig, um eine allfällige Gesundheitsgefährdung zu vermeiden oder zumindest zu verringern. In der Aufräumphase ist im „kalten Brandraum" bis eine Stunde nach „Brand aus" Atemschutz zu tragen! „Rein"- und „Unreinzonen" am Einsatzort sind zu beachten. Fahrzeuge, Mannschaftskabinen und Stauräume sind als „Rein"-Zone anzusehen. Die Einsatzhygiene beginnt bereits vor dem eigentlichen Einsatz:
Persönliche Gegenstände und Rauchwaren sind abzulegen oder zumindest im Fahrzeug zu belassen. Zigaretten wirken wie Sammelröhrchen und binden Schadstoffe durch Adsorbtion. Wunden bzw. Hautkrankheiten stellen ein erhöhtes Kontaminationsrisiko dar. An der Einsatzstelle ist die persönliche Schutzausrüstung zu tragen und zwar richtig: Schutzjacke und Bluse geschlossen, Hose über die Stiefel ! Eine funktionierende Einsatzhygiene umfasst weiters:
1. Sofortige Grob-Dekontamination nach Beendigung des Einsatzes: Auch nach einem „normalen" Einsatz hat diese besondere Form der Reinigung von Personen und Gegenständen ihre Berechtigung. Diese Form der Deko muss folgende Maßnahmen enthalten: a) Reinigung des Gesichtes, des Halses und der Hände mit Seife. Ein Beutel mit entsprechendem Inhalt sollte sich in jedem Einsatzfahrzeug befinden: (Behälter mit Seife, Nagelbürste, hautpflegender Creme und Einweghandtüchern) b) Reinigung der AS-Maske, der Stiefel (Sohle!!) und des Helmes. Viele Brandrückstände sind auch für die Atemschutzmaske und den Helm bei längerem Einwirken „ungesund" und können zur Beschädigung führen c) Reinigung der verschmutzten Einsatzjacke vor Ort durch Abspülen der gröberen Verschmutzungen. Nach dem Eintreffen im Feuerwehrhaus rasche gründliche Reinigung (Waschmaschine oder Putzerei) Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV d) Duschen (nicht über 28o C!), Kleider wechseln. Bei starker Verschmutzung nach gründlicher Körperreinigung wechseln der kompletten Kleidung, also auch der Unterwäsche! (Durch die Hautatmung nimmt der menschliche Körper viele Schadstoffe auf!).Trennung von Einsatz- und Privatkleidung! e) Reinigung der Geräte. Atemschutzgeräte sollten, so wie das übrige verwendete Material sofort einer Grobreinigung und unmittelbar nach dem Einrücken einer genauen Reinigung (entsprechend den Heerstellerangaben) unterzogen werden. 2. Keine Nahrungsaufnahme ohne vorherige Reinigung von Händen und Gesicht! (siehe unter Pkt. 1a) 3. Einsatznachbesprechung. Zur Einsatzhygiene gehört auch ein Reinigen, eine „Grobdeko" der Seele. Nach Instandsetzung der Einsatz gewonnenen Eindrücke und seelische Belastungen im Rahmen von Gesprächen entsprechend aufzuarbeiten. Desinfektion bedeutet im übertragenen Sinne „Keimfreimachung". Laut dem
Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) bedeutet „Desinfektion": „Totes oder
lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren
kann"
.
Zur Desinfektion verwendet man verschiedene Desinfektionsmittel.
Technisch unterscheidet man zwischen Desinfektion und Sterilisation.
Von Desinfektion spricht man bei einer Keimreduktion um einen Faktor vom
mindestens 10-5, soll heißen: Von ursprünglich 100.000 vermehrungsfähigen
Keimen überlebt nicht mehr als ein Einziger.
Bei der Sterilisierung werden (im Idealfall) alle enthaltenen Mikroorganismen
und deren Sporen abgetötet, sowie Viren, Plasmide und andere DNA-
Fragmente zerstört. In der technischen Abgrenzung zur Desinfektion wird bei
der Sterilisation um eine Größenordnung höher abgetötet/ inaktiviert, soll
heißen: Von einer Million Keimen überlebt maximal einer.
Bei der Desinfektion der Hände unterscheidet man zwischen der so
genannten „hygienischen" und der „chirurgischen" Händedesinfektion.
Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV In der Medizin versteht man unter Händedesinfektion ein Verfahren zur Verringerung der
Keimzahl auf der Haut der Hände mit Hilfe von Desinfektionsmitteln. Ziel ist die
Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern (insbesondere Bakterien und Viren)
von einer Person zur nächsten.Die hygienische Händedesinfektion wird durchgeführt, indem
die Hände zunächst mit einem Desinfektionsmittel eingerieben und dann gewaschen werden.
Bei großflächiger Verschmutzung werden die Hände vor der Desinfektion mit einem Tuch
abgerieben.
Die Händedesinfektion unterteilt sich in sechs Schritte, die in erster Linie sicherstellen, dass die Fingerzwischenräume, die Fingerkuppen und die Nagelfalze mit dem Desinfektionsmittel benetzt werden. Dabei ist es nötig die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels zu beachten. Eine Händedesinfektion dauert mindestens dreißig Sekunden, bei einer Verwendung von 3 ml Desinfektionsmittel. Bei der chirurgischen Händedesinfektion werden die Hände in Vorbereitung einer
Operation zuerst mit einer desinfizierenden Seife gewaschen, mit einem keimarmen
Einmalhandtuch abgetrocknet und dann das Desinfektionsmittel angewendet.
Bakterien
Haut, Schleimhaut, Oxidationsmittel bakterizid sporozid fungizid Oberflächen, Instrumente Chlor: Oberflächen, fungizid viruzid Wasser Iod: Haut, Schleimhaut Haut, Schleimhaut, Alkohole bakterizid wirkungslos fungizid Oberflächen, Instrumente Aldehyde bakterizid fungizid viruzid wirkungslos fungizid Oberflächen, Instrumente Oberflächen, Instrumente, Ethylenoxid bakterizid wirkungslos fungizid viruzid thermostabile Arzneimittel, Lebensmittel wirkungslos fungistatisch wirkungslos Chlorhexidin bakteriostatisch wirkungslos fungistatisch -zid = abtötend (z.B. bakterizid = Bakterien abtötend, fungizid = Pilze abtötend) Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Desinfektionsmittel müssen professionell und strategisch verwendet werden. Sie müssen im Haushalt keineswegs grundsätzlich angewandt werden. Unsachgemäße Anwendung kann zu Bildung von mutationsbedingten Resistenzen führen. Desinfektion von Flüssigkeiten
Die Desinfektion von Abwässern, Trinkwasser oder flüssiger Medien kann durch verschiedene Verfahren erfolgen: Man unterscheidet grundsätzlich zwischen chemischen und physikalischen Verfahren zur Desinfektion. Besonders gebräuchliche chemische Verfahren basieren auf der Zugabe von Chlor, Chlordioxid, Wasserstoffperoxid oder Ozon. Gebräuchliche physikalische Verfahren basieren auf der Erhitzung des Mediums (Pasteurisation oder Dampfdruck im Autoklav) oder der Bestrahlung mit UV-Licht. Unter Dekontamination (Abkürzung: Deko, Dekon) versteht man das
Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen, so genannten Kontaminationen,
bei Personen, Objekten oder Flächen.
Unter Kontamination versteht man die äußerliche Verunreinigung von Oberflächen (Personen, Gegenstände, Räume etc.). Die Gefährdungen können dabei chemischer, biologischer oder radioaktiver Natur sein. Bereits bei einem Brand werden viele Schadstoffe frei, die sich in der Brandschutzbekleidung festsetzen, was nach einem Atemschutzeinsatz eine Dekontamination notwendig macht. Da die Kontaminationen (Brandgase) nicht direkt und einfach nachgewiesen werden können, muss unspezifisch dekontaminiert werden. Wichtig bei jeder Art der Dekontamination ist der Selbstschutz um eine Gefährdung der die Dekontamination durchführenden Personen, sowie weitere Kontaminationen der Umwelt zu verhindern. Dies bedeutet auch, dass die zur Dekontamination verwendeten Mittel gesammelt und fachgerecht entsorgt werden müssen. Dekontaminationen von ernsthaften chemischen, biologischen oder radioaktiven Belastungen, etwa nach Unfällen oder terroristischen bzw. militärischen Angriffen müssen spezifisch erfolgen. Es muss also sowohl qualitativ, als auch quantitativ die Belastung bekannt sein, um eine Aussage über den Grad der Dekontamination treffen zu können. Kann der zu dekontaminierende Gegenstand bewegt werden, kann die Dekontamination an speziellen, sog. Deko-Plätzen stattfinden. Diese können mit einfachen Mitteln provisorisch oder mit spezieller Ausrüstung professionell ausgeführt werden. Beiden gemeinsam ist aber die Organisation eines solchen Platzes, auf dem es eine verunreinigte und eine reine Zone gibt. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV Personen werden in einem dreistufigen Prozess dekontaminiert: • Entfernung der Kleidung • Reinigung (Dusche) • Neueinkleidung Nach der normgemäßen Ausdrucksweise spricht man im zivilen Bereich von: • Dekontamination: Sie beschreibt den Vorgang • Dekontaminierung: Sie beschreibt die Tätigkeit: Stufen der Dekontamination
Im zivilen Bereich werden diese Stufen nach dem erforderlichen personellen und logistischen Aufwand unterschieden, im militärischen Bereich nach dem zu erzielenden Ergebnis. Feuerwehr
Die Dekontamination wird in 4 Stufen eingeteilt. • Not-Deko (Behelfsdeko):
Die Not-Deko kann von fast jeder Feuerwehr gestellt werden. Diese Dekostufe sollte errichtet werden, sobald ein Einsatz in Verbindung mit ABC-Gefahren durchgeführt oder absehbar wird. In der Regel reicht eine Wasserversorgung in Form einer Kübelspritze sowie ein mit Folien ausgelegter Platz aus, um diese Stufe in Betrieb zu nehmen. Wichtig ist aber auch hier, dass eine strikte Trennung von Schwarz- und Weißbereich durchgeführt wird, um eine Kontaminationsverschleppung zu verhindern. Sobald vorhanden, sollte auf eine höhere Dekostufe zurückgegriffen werden. • Deko-Stufe I:
Die Deko-Stufe I bedeutet die strikte Einhaltung einer Einsatzstellenhygiene.
Beispielsweise muss auf Nahrungsaufnahme sowie auf den Genuss von
Tabakwaren im Einsatzstellenbereich verzichtet werden. Deko-Stufe I gilt für
jeden Feuerwehreinsatz.

Deko-Stufe II:
Diese Dekostufe ist die Standard-Dekontamination beim Einsatz unter Sonderausrüstung (Kontaminationsschutzanzug). Gestellt wird die Ausrüstung in aller Regel von speziellen Gefahrstoffzügen. Feuerwehr Medizinischer Dienst (FMD) im OÖLFV • Deko-Stufe III
Die höchste Dekostufe wird eingerichtet, wenn eine größere Anzahl von Personen zu Dekontaminieren oder die Verschmutzung nicht mehr mit der Stufe II unter Kontrolle zu bekommen ist. Deko-Konzept der Feuerwehr Wels:
Stufe I: Hygiene
Hier sind alle Einrichtungen und Maßnahmen erfasst, die im normalen Dienst- und Einsatzbetrieb auftreten. Motto: „Kontamination vermeiden ist besser, billiger und einfacher als später mit viel Aufwand dekontaminieren". Man unterscheidet zwischen vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen. Z.B. komplette eigene Schutzbekleidung, Sportunterwäsche für Vollschutzträger, Unterziehhandschuhe, Einweg-Schutzanzüge, Feinstaubmasken, Wasch- und Desinfektionsmittel. Stufe II – Not-Deko (Behelfs-Deko)
Stufe III – Standard-Deko
Stufe IV – KAT-Deko (GSF Einsatz, o.ä.)

Source: http://www.gunter-bb.at/wp-content/uploads/2015/04/Ausbildungsunterlagen_Stand_November_2007.pdf

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Jae-Min Jung and Ho-Yeon Kim: Third-person Effects in the Stock Market:Perception of Experts & Non-experts and Impacts on Attitude Third-person Effects in the Stock Market: Perception of Experts & Non-experts and Impacts on Attitude Jae-Min Jung* and Ho-Yeon Kim** Abstract: The third-person effect was tested by examining whether people perceive a greater influence of unidentified information recommending stocks in the Internet on others than on themselves. Findings confirm the third-person effect but also show subjects with stock market experience perceive a greater influence on others than did subjects with no stock market experience. Additionally, subjects demonstrated a larger third-person effect when "others" are specified as novice investors who have little knowledge or experience in stock trading than when "others" are identified as experienced traders. After controlling for SES and interest and experience in stock trading, the third-person perception remained. Keywords: Third-person perception, Behavioral effect, Stock market, Internet information, Expert

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